Phase 6: Evaluation


Auf einen Blick

  • Ausgangssituation: Sie haben die Durchführung ihres Vorhabens beendet.
  • Inhalt: In Phase 6 schauen Sie die Ergebnisse der Arbeit an und bewerten sie.
  • Ziel: Am Ende von Phase 6 haben Sie die erreichten Ziele dokumentiert und Erfolge wie auch Schwachstellen des Vorhabens ermittelt. Sie wissen, ob Sie bereits auf einem guten Weg zu mehr Gesundheit an Ihrer Schule sind. Gleichzeitig haben Sie die Voraussetzung für Verstetigung geschaffen.

Auf der Zielgeraden

Sie sind nun kurz vor dem Ziel. Ziehen Sie Bilanz. Analysieren Sie gemeinsam im Gesundheitsteam, was Sie geschafft haben. Haben Sie mit Ihrem Vorhaben die gesteckten SMARTen Ziele erreicht? Lassen Sie auch die Ergebnisse der Prozessevaluation in Ihre abschließende Beurteilung einfließen. Führen Sie nun eine Ergebnisevaluation durch.

Evaluieren Sie Ihr Vorhaben

Evaluation dient der Bewertung und Beurteilung von Maßnahmen: Was haben wir wie, warum und mit welchen Mitteln erreicht? Dabei werden sowohl der Planungs- und Durchführungsprozess also auch die Wirksamkeit kontrolliert. Primäres Ziel ist es, festzustellen, inwieweit eine Maßnahme die festgelegten Ziele erreicht hat und wo Änderungen oder Verbesserungen im Vorgehen erforderlich sind.

Auch Vorhaben und Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention sollten evaluiert werden. Dies schafft Transparenz und dokumentiert die Wirkungen des Vorhabens. Mithilfe der Evaluation werden erzielte Fortschritte gesichert und erfolgreiche Innovationen in den Strukturen, Prozessen und der Kultur der Schule verankert. Auch für Netzwerkpartner/-innen und Sponsoren sind Evaluationsergebnisse wichtig, können sie doch damit ihren finanziellen oder personellen Einsatz legitimieren.

Eine Evaluation kann zudem genutzt werden, um für zukünftige Prozesse zu lernen.

Effektiver gestalten, Ressourcen effizienter einsetzen, den Wirkungsgrad einer Maßnahme verbessern und die Nachhaltigkeit sichern – dazu kann Evaluation Hinweise liefern. Nicht zuletzt ist Evaluation Teil des Qualitätsmanagements.

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Evaluation – was steckt dahinter?

Es gibt verschiedene Formen der Evaluation

Sie können Ihr Vorhaben selbst evaluieren, zum Beispiel durch eine schulinterne Arbeitsgruppe. Eine externe Evaluation kann beispielsweise durch einen Vertreter der Schulbehörde erfolgen, wenn dieser Ihre Schule besucht und anschließend einen Bericht erstellt.

Selbst- und Fremdevaluation – beides hat Vor- und Nachteile 

Evaluieren Sie Ihr Vorhaben selbst

Es ist möglich, dass Sie Ihr Vorhaben selbst evaluieren. Dies spart Ressourcen (z. B. finanzielle und zeitliche) sowie Absprachen. Zudem sind Sie als Team gut im Vorhaben drin und wissen, worauf es ankommt. Allerdings fehlt oft der erforderliche Abstand, um das eigene Vorhaben neutral begutachten zu können. Deshalb ist die Glaubwürdigkeit einer externen Evaluation größer, da niemand eigene Interessen vermutet. Zusätzlich kann es – je nach Thema – aufwändig sein, beispielsweise eigene Fragebögen zu erstellen. Bei einer fragebogengestützten Evaluation ist auch zu klären, wer die statistische Auswertung übernehmen kann.

Ein einfaches Tool zur Erstellung und Auswertung von Fragebögen finden Sie unter grafstat.de.

  • Wie komplex sind die Fragestellungen, die durch die Evaluation beantwortet werden sollen?
  • Gibt es im Projektteam oder Kollegium Erfahrungen mit Evaluation?
  • Gibt es im Kollegium Expertinnen/Experten, die sich gerne und gut mit Statistik beschäftigen?
  • Liegen benötigte Daten bereits vor bzw. können sie einfach erhoben werden?
  • Wie viel Zeit können Mitglieder des Projektteams in die Evaluation investieren?
  • Sind finanzielle Ressourcen für die Evaluation vorgesehen?

Ein praxiserprobtes Hilfsmittel zur Evaluation ist die sogenannte Zielscheibe. Sie visualisiert, inwieweit gesetzte Ziele erreicht wurden.

Lassen Sie die Evaluation extern durchführen

Im Gegensatz zur Selbstevaluation können Sie Ihr Vorhaben auch von Personen durchführen lassen, die von außen kommen und nicht in das Vorhaben selbst einbezogen sind. Möglicherweise arbeitet Ihre Schule oder der Schulträger bereits mit einem externen Anbieter für Evaluation zusammen (z. B. eine Hochschule in Ihrer Nähe, ein unabhängiges Institut oder freie Berater/-innen/Selbstständige). Wenn Sie ein Gesundheitsförderungsvorhaben in Ihrer Schule durchführen möchten, fragen Sie nach, ob der betreffende Dienstleister in der Lage ist, dieses zu evaluieren. Ansonsten lassen Sie sich von der Schulbehörde oder vom Bildungsministerium zur Frage der Evaluation beraten. Externe zu beauftragen bedeutet zwar finanziellen Aufwand, hat aber den Vorteil, dass eine neutrale außenstehende Person evaluiert und diese meist mehr Kompetenzen im Bereich Evaluation hat, wodurch die Ergebnisse aussagekräftiger und letzten Endes belastbarer sind.

Ergebnis- und Prozessevaluation

Für Vorhaben der Gesundheitsförderung und Prävention sind vor allem die Prozess- und Ergebnisevaluation von Bedeutung.

Die Ergebnisevaluation ist von großem Interesse für alle Beteiligten. Sie bietet die Möglichkeit, die Ergebnisse am Ende eines Vorhabens zusammengefasst anzuschauen. Voraussetzung hierfür ist, dass zu Beginn des Vorhabens konkret festgelegt wurde, welche Ziele erreicht werden sollen.

Dringend zu empfehlen ist aber auch die Prozessevaluation, das heißt die fortlaufende Kontrolle des Vorhabens während der Durchführungsphase. Diese liefert Erklärungen für das Zustandekommen der Ergebnisse. Prozessevaluation bietet zudem die Chance, Hindernisse frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen gegebenenfalls anzupassen, z. B. bei den Meilensteinen. Zur laufenden Überprüfung sind Aufzeichnungen und Dokumentationen notwendig. In der Praxis wird die Prozessevaluation meist von den Projektver­antwortlichen selbst durchgeführt.

Es ist sinnvoll, den Verlauf des Vorhabens fortlaufend zu kontrollieren. Erreichen Ihre Maßnahmen die Zielgruppe(n)? Halten Sie den Zeitplan ein? Hat sich etwas geändert? Dokumentieren Sie Ihre Ergebnisse, denn Sie werden sie später beim Abschluss des Vorhabens noch einmal benötigen. Die sogenannte Prozessevaluation trägt damit zur Optimierung des Vorhabens bei und liefert wertvolle Informationen darüber, warum bestimmte Effekte erzielt wurden, andere aber nicht.

  • Haben wir genügend Mitstreiter/-innen?
  • Sind diese ausreichend qualifiziert oder benötigen sie Fortbildung?
  • Sind sie (noch) motiviert?
  • Ist die räumliche Ausstattung für unser Vorhaben passend?
  • Kommen wir mit den finanziellen Mitteln aus?
  • Können die Aktivitäten wie geplant umgesetzt werden?
  • Kann der Zeitplan eingehalten werden?
  • Halten sich die Mitglieder der Teams an ihre Zusagen?
  • Wie läuft die Kommunikation innerhalb des Teams bzw. nach außen?
  • Entsprechen die Maßnahmen den Bedürfnissen der Zielgruppe?
  • Haben sich die Bedürfnisse der Zielgruppe(n) geändert?
  • Wie werden die Maßnahmen von der bzw. den Zielgruppe(n) angenommen?
  • Wen erreicht das Vorhaben nicht und warum nicht? Macht die Nutzung der Angebote Spaß?

Sollten Sie einzelne Fragen negativ beantwortet haben, müssen Sie handeln. Gehen Sie den Ursachen auf den Grund und modifizieren Sie gegebenenfalls Ihren Maßnahmenplan.

Weiterführende Informationen zum Thema Evaluation finden Sie unter

https://www.in-form.de/fileadmin/Dokumente/Materialien/IN_FORM_Leitfaden_Evaluation.pdf

Sie wechseln den Caterer Ihrer Schulmensa, um ein abwechslungsreicheres Speiseangebot zu erhalten. Obwohl der Speiseplan nun viele interessante und ausgewogene Gerichte vorsieht, wird das Angebot von den Schülerinnen und Schülern nicht recht akzeptiert. Sie wechseln erneut den Caterer.

Hätten Sie nach dem ersten Caterer-Wechsel die Schüler/-innen befragt, hätten Sie beispielsweise erfahren, dass die Gerichte für die Kinder nicht attraktiv waren, weil sie sich unter den klangvollen Namen auf den Speiseplänen nichts vorstellen konnten bzw. die genannten Zutaten nicht kannten. Sie waren im Zweifel, ob ihnen die Speisen schmecken und hatten deswegen kein Essen bestellt. Eine einfachere Sprache oder ein kleines Foto des Gerichts hätte der Zielgruppe mit Sicherheit Appetit gemacht.

Transparenz und Information

Was fangen Sie mit Ihrer Bewertung an? Zu jedem Vorhaben gehört ein Abschlussbe­richt! Stellen Sie darin kurz das Konzept des Vorhabens dar und beschreiben Sie dessen Durchführung. Nennen Sie die positiven und negativen Ergebnisse der Evaluation und die Schlüsse, die Sie daraus ziehen.

Die umfassende Information über die Ergebnisse und Erfahrungen ist besonders wichtig, wenn sie Konsequenzen oder Veränderungen für die Schule bedeuten. Lehrkräfte, Schüler/-innen und Eltern oder weitere schulische Akteure sollten die Möglichkeit erhalten, die Ergebnisse zu diskutieren. Damit kann der Abschluss des Vorhabens auch dazu genutzt werden, andere mit in den Übertragungsprozess der Ergebnisse einzubeziehen. Zudem wird die Arbeit der am Vorhaben Beteiligten gewürdigt.

Vor allem diejenigen, die die Entscheidung für die Durchführung des Vorhabens getroffen haben, sind natürlich an dessen Ergebnis interessiert. Belegen Sie, welchen Nutzen der Einsatz von Ressourcen (Arbeitskraft und Geld) gebracht hat. Sicherlich ist auch der Schulträger daran interessiert, vom erfolgreichen Abschluss zu erfahren. Ein Abschlussbericht ist auch wichtig, um weiterhin Unterstützung und finanzielle Mittel zu erhalten.

Grund zu feiern

Lassen Sie alle Mitwirkenden am Erfolg teilhaben und bedanken Sie sich bei allen Unterstützern und Förderern. Feiern Sie ein Fest und laden Sie die regionale Presse ein.

Tipp

Akzeptanz stärken

Berichten Sie auf den Internetseiten Ihrer Schule über den vorläufigen Abschluss des Vorhabens. Eine kleine Darstellung an dieser Stelle kann dazu beitragen, die Akzep­tanz an der Schule weiterhin zu stärken.

Mehr Gesundheit an Ihrer Schule – bleiben Sie dabei!

Wenn Sie das Vorhaben (in einer anderen Klasse) wiederholen wollen oder weitere Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention vorhaben, so steigen Sie wieder in den Gesundheitsförderungsprozess ein. Profitieren Sie dabei von Ihren Erfahrungen: Übernehmen Sie bisherige Erfolgsfaktoren und lernen Sie aus Hindernissen und Fehleinschätzungen. Orientieren Sie sich weiterhin an unserem Wegweiser. Wenn das bisherige Gesundheitsteam weiterarbeitet, können Sie gleich in die Analyse- oder Planungsphase einsteigen. Entscheiden Sie mit Ihrem Team, der Schulleitung und dem Kollegium!

Im Idealfall wird der Zyklus von Analyse, Planung, Umsetzung und Evaluation kontinuierlich weitergeführt, so dass ein ständiger Lern- und Entwicklungsprozess entsteht. Durch dieses Vorgehen wird die Chance erhöht, erfolgreiche und tragfähige Lösungen zu entwickeln – eine Methode, die sich generell für Schulentwicklungsprozesse bewährt hat.