Wissenswertes rund um den Wegweiser

Dieser Wegweiser wurde in Zusammenarbeit mit der Fachexpertin Frau Dr. Birgit Nieskens (Lehrerbildnerin und Deutschlandkoordinatorin im Programm Career Counselling for Teachers) und dem Fachexperten Herrn Prof. Dr. Kevin Dadaczynski (Hochschule Fulda) erarbeitet.

Gesundheitsförderungsprozess – was steckt dahinter?

Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.“

aus: Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation (WHO), 1986

Mithilfe von Gesundheitsförderung und Prävention können Sie die gesunde Entwicklung der Schüler/-innen nachhaltig unterstützen und die Schule zu einem gesunden Arbeitsplatz für Lehrkräfte entwickeln. Vor dem Hintergrund aktueller Gesundheitsdaten zu Kindern, Jugendlichen und Lehrkräften erscheinen systematische und frühzeitig einsetzende Aktivitäten zur Gesundheitsförderung empfehlenswert.

Die Integration von Gesundheitsförderung und Prävention in das System Schule schafft zudem die Basis für erfolgreiches Lernen und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Bildungs- und Erziehungsqualität der Schule. Gesundheitsrelevante Aspekte werden themen- und fächerübergreifend in den Schulalltag integriert und als wichtiger Teil des Schulentwicklungsprozesses etabliert.

Der Gesundheitsförderungsprozess ist als „Lernzyklus“ zu verstehen. Mit seiner Hilfe sollen möglichst langfristige positive Wirkungen erzielt werden. Erfolgskriterien für das Gelingen sind neben Engagement die Bereitschaft und Offenheit bei allen Beteiligten, neue Wege zu erproben. Gesundheitsförderliche und präventive Verhaltensweisen und Verhältnisse sind insbesondere dann wahrscheinlich, wenn alle Akteure motiviert bei der Sache sind. So sind zum Beispiel die Veränderungsbereitschaft des Kollegiums und der Schulleitung zu Beginn und das Engagement möglichst vieler Lehrkräfte, Schüler/-innen sowie Eltern während der Umsetzung entscheidend für ein erfolgreiches Schulentwicklungsvorhaben.

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Ganzheitliche Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention...

... führen zu einer Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung der Schule. Ansatzpunkte für diese Prozesse liegen sowohl in der Gestaltung des Settings Schule (Verhältnisänderung) als auch in der Beeinflussung der Lebensstile und Kompetenzen der schulischen Akteure (Verhaltensänderung). Beide Ansatzpunkte sind gleich wichtig. Denn Schulen können nicht verändert werden, wenn sich das Verhalten der Akteure nicht wandelt, und umgekehrt bleibt individueller Wandel folgenlos, wenn sich organisatorische Rahmenbedingungen nicht entsprechend entwickeln (Harazd, Gieske & Rolff, 2009; Hundeloh, 2012).


Der Gesundheitsförderungsprozess gliedert sich in sechs Schritte:

  1. Vorbereitung
  2. Nutzung/Aufbau von Strukturen
  3. Analyse
  4. Planung
  5. Umsetzung
  6. Evaluation

Die gesetzlichen Krankenkassen können Sie in allen sechs Schritten des Prozesses und damit bei der Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention in Ihrer Schule unterstützen. Die Unterstützung kann beispielsweise in Form von Moderationen oder durch die Finanzierung einer Prozessberatung erfolgen.

Gesundheitsförderung schafft Mehrwert

Gesundheitsförderung und Prävention in der Schule bieten die Chance, dass neben der Gesundheit von Einzelnen auch die Bildungsqualität der Schule profitiert. So kann beispielsweise ein unterrichtsintegriertes Bewegungsprogramm nach langen Phasen des Sitzens die Aufnahme- und Lernfähigkeit fördern. Dies hilft auch gegen zunehmende Unruhe und steigenden Lärmpegel aufgrund nachlassender Konzentrationsfähigkeit der Schüler/-innen. Davon profitieren auch die Lehrkräfte: Sie können sich auf das Unterrichten konzentrieren, schonen Ihre Stimme und können statt Schimpfen oder Schreien eine positive Kommunikation mit den Schüler/-innen entwickeln.

Unser Wegweiser: Gesundheitsförderung leicht gemacht

Die Voraussetzungen für Gesundheitsförderung und Prävention sind von Schule zu Schule unterschiedlich. Sie sind abhängig von der Zusammensetzung der Schülerschaft und des Kollegiums, den baulichen Bedingungen und dem sozialen Umfeld der Schule. Unser Wegweiser berücksichtigt das und bietet Ihnen Unterstützung. Er enthält Tipps, Checklisten und Beispiele, die Ihnen helfen, den Prozess individuell in Ihrer Schule mit Leben zu füllen. Der Wegweiser unterstützt Sie auch dabei, die für Ihre Schule passenden Entscheidungen zu treffen.

Sie können den Wegweiser flexibel nutzen, ganz nach Ihren Bedürfnissen und Fragestellungen. Wenn Sie mit Ihrem Vorhaben noch ganz am Anfang stehen, starten Sie in Phase 1. Wenn Sie schon mitten im Prozess sind oder bereits erste Erfahrungen mit ähnlichen Prozessen gesammelt haben, steigen Sie einfach direkt in der Phase ein, für die Sie aktuell Hilfestellung wünschen.