Empfehlungen für Bewegungsförderung in der Schule – Das Umfeld zählt

Damit Kinder ab dem Grundschulalter und Jugendliche sich ausreichend bewegen und Freude daran finden, brauchen sie ein Umfeld, das sie zu Bewegung anregt. Dazu gehören die Menschen, mit denen sie täglich Zeit verbringen, ebenso wie die Rahmenbedingungen in den Lebenswelten, in denen Kinder und Jugendliche sich aufhalten.

Die folgenden Empfehlungen basieren auf wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten, die ausgewertet und in den Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung zusammengeführt wurden.

Schule als Schlüssel zur Bewegungsförderung

Von zentraler Bedeutung für die Bewegungsförderung von Kindern ab dem Grundschulalter und Jugendlichen ist die Schule. Hierzu gibt es eine Reihe von Maßnahmen, deren Wirksamkeit ausreichend erforscht ist. Besonders empfohlen werden sogenannte „Mehrkomponentenansätze“, die verschiedene verhältnis- und verhaltensorientierte Maßnahmen verknüpfen.

Schwerpunkt Sportunterricht

Dem Sportunterricht kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Zur Optimierung des Sportunterrichts werden die folgenden Maßnahmen – möglichst in Kombination – empfohlen:

  • zeitliche Ausweitung des Sportunterrichts
  • Verbesserung der Lehrmethoden im Sportunterricht
  • mehr Bewegungszeit durch verbesserte Angebote und Lehrmethoden 
  • Qualifizierung der Sportlehrerinnen und Sportlehrer

Bewegungsfreundliche Schule

Um mehr Bewegung in den Alltag von Kindern und Jugendlichen zu bringen, sind auch Maßnahmen zur Bewegungsförderung wichtig, die in die Routine des Schulalltags eingebaut sind. So können insbesondere regelmäßige kurze „Bewegungspausen“ in den Unterricht integriert werden sowie Spielfelder und Geräte auf dem Schulhof zur Bewegung einladen. 

Eltern einbeziehen

Eltern können wichtige Impulse für die Bewegung der Kinder setzen – sei es als Vorbild oder sei es, indem sie in schulische Maßnahmen der Bewegungsförderung aktiv einbezogen werden. Eine wichtige Rolle spielen Eltern auch, wenn es um den Transport der Kinder zur Schule geht. Schule, Eltern und auch die Gemeinde sollten zusammenarbeiten, damit Kinder und Jugendliche möglichst zu Fuß oder mit dem Fahrrad sicher zur Schule kommen können. 


Maßnahmen verknüpfen – der Mehrkomponentenansatz im Überblick

Als Einzelmaßnahmen und in Kombination mit anderen zu empfehlen:

  • Bewegungszeit erhöhen: mehr Sportunterricht und mehr Bewegungspausen im Schulalltag
  • Qualität der Angebote erhöhen: z. B. verbesserte Angebote und Lehrmethoden im Sportunterricht
  • Kompetenz fördern: Fortbildung des Personals, das mit Bewegungsförderung befasst ist

Diese Maßnahmen sollten verknüpft werden mit 

  • besserer Verankerung von Bewegungsförderung im Lehrplan der Schulen
  • Schaffung einer bewegungsfreundlichen Schulumwelt 
  • Einbeziehung der Eltern in Bewegungsförderung
  • Förderung bewegungsaktiven Transports zur Schule 

Qualitätskriterien beachten

Für die Wirksamkeit schulbezogener Maßnahmen zur Bewegungsförderung sind die folgenden Qualitätskriterien besonders wichtig:

  • Verfügbarkeit geeigneter Räume und Materialien 
  • Einsatz qualifizierten Personals mit ausreichendem Zeitbudget
  • Sicherstellung der erforderlichen finanziellen Mittel
  • Anpassung der Maßnahmen an den Kontext der jeweiligen Schule
  • Beteiligung der ganzen „Schulfamilie“ 
  • nachhaltige Unterstützung durch die Leitung und Verwaltung der Einrichtung

 

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