Phase 1: Vorbereitung


Auf einen Blick:

  • Ausgangssituation: Sie fragen sich, ob Gesundheitsförderung auch in Ihrer stationären Pflegeeinrichtung ein Thema ist? Oder Sie haben eine Idee dazu, wissen aber nicht, wie Sie das Thema ganz konkret angehen können?
  • Inhalt: In Phase 1 geht es darum, dass Sie sich einen ersten Überblick verschaffen, indem Sie sich Ihre stationäre Pflegeeinrichtung anschauen: Wie geht es den Menschen, die dort leben und arbeiten? Besteht Bedarf für Gesundheitsförderung und Prävention?
  • Ziel: Am Ende von Phase 1 entscheiden Sie, ob Sie in den Gesundheitsförderungsprozess einsteigen möchten.

Gesundheitsförderung in Ihrer Pflegeeinrichtung – sind Sie dabei?

Mit dem Gesundheitsförderungsprozess können Sie die Lebensqualität der Menschen, die in Ihrer Pflegeeinrichtung leben, nachhaltig stärken. Im Mittelpunkt steht dabei die Verbesserung der gesundheitlichen Situation und der Ressourcen der Pflegebedürftigen.

Dabei geht es nicht um individuelle Angebote für einzelne pflegebedürftige Menschen, sondern vielmehr um Änderungen der Strukturen, die auch die Arbeit der Mitarbeiter/-innen erleichtern können. Deren Gesundheit sollten Sie parallel fördern, denn die Gesundheit der Beschäftigten ist eine wichtige Voraussetzung, damit sie gute Pflege leisten können. Gesundheitsförderung kann damit zu einer positiven Zukunft Ihrer Pflegeeinrichtung beitragen. Indem Sie ein gesundheitsförderndes Umfeld schaffen, gewinnt Ihre Einrichtung auch nach außen an Attraktivität.

Überblick verschaffen!

Verschaffen Sie sich zunächst eine grobe Orientierung und sammeln Sie erste Informationen:

  • Was ist aus Ihrer Sicht das, was die Gesundheit der Pflegebedürftigen und der Beschäftigten am meisten unterstützen könnte?
  • Wo sehen Sie die meisten Schwierigkeiten?
  • Welche Bedarfe sehen Sie für Ihre stationäre Pflegeeinrichtung?
  • Welche Erfahrungen gibt es mit gesundheitsfördernden Angeboten?
  • Welche Möglichkeiten der Umsetzung gibt es?
  • Welches Handlungsfeld könnte für Ihre Pflegeeinrichtung besonders wichtig sein – Ernährung, körperliche Aktivität, kognitive Ressourcen, psychosoziale Gesundheit oder Prävention von Gewalt?
  • Haben Sie beispielsweise besonders viele dementiell erkrankte Menschen zu versorgen oder sind Pflegebedürftige mit psychischen Schwierigkeiten eine besondere Herausforderung? Wollen Sie die Herausforderung annehmen, Gewalt auch unter Pflegebedürftigen und gegenüber Pflegekräften vorzubeugen oder mehr dafür tun, dass die Pflegebedürftigen länger autonom bleiben?

Diese Fragen müssen Sie nicht allein beantworten. Suchen Sie das Gespräch mit Verantwortlichen der Einrichtung, dem Träger, der Vertretung der Beschäftigten und dem Heimbeirat. Die Einbindung der verschiedenen Personen in den Prozess hat den zusätzlichen Vorteil, dass Sie sie für das Thema Gesundheitsförderung sensibilisieren und sie gleichzeitig zur Umsetzung gesundheitsfördernder Maßnahmen motivieren.

TIPP

Pro und Kontra in Ruhe abwägen

Die Entscheidung, in den Gesundheitsförderungsprozess einzusteigen, erfolgt nicht von heute auf morgen. Nehmen Sie sich für Ihre Überlegungen ausreichend Zeit und denken Sie ruhig mehrmals über die Punkte nach. Sammeln Sie Argumente, die für und gegen die Umsetzung des Gesundheitsförderungsprozesses in Ihrer stationären Pflegeeinrichtung sprechen. Pflegekassen können Sie hierbei unterstützen. Vielleicht hat auch bereits Kontakt stattgefunden. Der Austausch bringt Sie Schritt für Schritt weiter.

Pflegekassen – Information, Beratung und Zusammenarbeit!

Die Pflegekassen beraten und informieren Sie rund um das Thema Gesundheitsförderung und Prävention. Deren Fachberater/-innen unterstützen Sie schon bei Ihren ersten Überlegungen. Dabei geht es auch darum, ein gemeinsames Verständnis von Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Pflegeeinrichtung herzustellen. Was verstehen Sie darunter, was Ihre Gesprächspartner/-innen?

So erhalten Sie eine gute Basis, um zu entscheiden, ob Sie in den Gesundheitsförderungsprozess einsteigen möchten.

TIPP

Denken Sie an Ihre Zielgruppe(n)

Bedenken Sie, dass die Gemeinschaft der Pflegebedürftigen einer stationären Pflegeeinrichtung sehr heterogen ist. Es sind Menschen mit einer unterschiedlichen Lebensgeschichte, verschiedenen Interessen und unterschiedlich schweren Einschränkungen, die sich nicht wechselseitig als Mitbewohner/-innen oder Gäste ausgesucht haben. Was der Gesundheit der Pflegebedürftigen nützt, muss nicht automatisch gut für die Gesundheit der Beschäftigten sein und umgekehrt. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, sollten die pflegebedürftigen Menschen und die Pflegekräfte an der Entwicklung so aktiv wie möglich beteiligt werden. Zur Unterstützung des Prozesses können auch Angehörige und das weitere Umfeld der Einrichtung mit einbezogen werden. Eine kontinuierliche interne Information über den Stand der Planung ist wesentlich für den Erfolg der Maßnahmen, z. B. über Aushänge, die Einrichtungszeitschrift oder Informationsveranstaltungen.

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