Wissenswertes rund um den Wegweiser

Dieser Wegweiser wurde in Zusammenarbeit mit der Fachexpertin Frau Dr. Nina Fleischmann (Fachreferentin der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V.) sowie der Fachexpertin Frau Prof. Dr. Beate Blättner (Professorin für Gesundheitsförderung, Hochschule Fulda) erarbeitet.

Der Gesundheitsförderungsprozess – was steckt dahinter?

Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.“
aus: Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation (WHO), 1986

Die Rahmenbedingungen von stationären Pflegeeinrichtungen beeinflussen die Gesundheit der dort lebenden, betreuten sowie arbeitenden Menschen. Pflegebedürftige verfügen trotz körperlicher, kognitiver oder psychischer Beeinträchtigungen und Erkrankungen über Gesundheitspotenziale, die gefördert werden sollten. Durch die Einführung gesundheitsfördernder und präventiver Strukturen, Konzepte und Maßnahmen können stationäre Pflegeeinrichtungen gezielt und nachhaltig dazu beitragen, die Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Gesundheitsrelevante Aspekte sollten daher in den Alltag der Einrichtung integriert werden.

Die Pflegekassen können Sie bei jedem Schritt, Gesundheitsförderung in Ihrer Pflegeeinrichtung zu verankern, unterstützen – von der Planung bis zur Umsetzung und Evaluation. Die Grundlage hierfür bildet der Gesundheitsförderungsprozess des Leitfadens Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen des GKV-Spitzenverbandes.

Der Gesundheitsförderungsprozess ist als „Entwicklungszyklus“ zu verstehen. Mit seiner Hilfe sollen möglichst nachhaltig positive Wirkungen erzielt werden. Erfolgskriterien für das Gelingen sind neben Engagement die Bereitschaft und Offenheit bei allen Beteiligten, neue Wege zu erproben. Das Gelingen des Prozesses ist insbesondere dann wahrscheinlich, wenn alle Akteure motiviert bei der Sache sind. So sind z. B. die Veränderungsbereitschaft der Einrichtungsleitung und der Verantwortlichen für das Qualitätsmanagement und das Engagement möglichst vieler Mitarbeiter/-innen während der Umsetzung entscheidend für einen erfolgreichen Weg hin zu einer gesundheitsfördernden stationären Pflegeeinrichtung. Dazu muss allen deutlich werden, wie die Einrichtung und wie sie selbst davon profitieren können.

Der Gesundheitsförderungsprozess gliedert sich in sechs Schritte:

  1. Vorbereitungsphase
  2. Nutzung von Strukturen
  3. Analyse
  4. Maßnahmenplanung
  5. Umsetzung
  6. Evaluation

Gesundheitsförderung schafft Mehrwert

Sie fragen sich, ob Sie nicht schon jetzt viel für die Gesundheit der Pflegebedürftigen tun? Ja, mit einem Konzept aktivierender Pflege, das Sie konsequent umsetzen, leisten sie einen wichtigen Beitrag, der durch einen Gesundheitsförderungsprozess nicht ersetzt, sondern ergänzt und unterstützt wird. Auch mit vielen Freizeitangeboten der Betreuungskräfte fördern Sie die Gesundheit. Jetzt geht es darum, dies systematischer anzugehen und die pflegebedürftigen Menschen in Entscheidungsprozesse besser einzubeziehen.

Sie fragen sich, ob sich ein Gesundheitsförderungsprozess für Ihre Pflegeeinrichtung wirklich lohnt? Ja, das tut er! Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit pflegebedürftiger Menschen. Auch diese verfügen trotz körperlicher, psychischer oder kognitiver Beeinträchtigungen über Gesundheitspotentiale, die gefördert werden können. Eine Einrichtung, die Wert legt auf gesundheitsfördernde Strukturen, zeigt ihre Wertschätzung gegenüber den Pflegebedürftigen und den Pflegekräften, nach innen und außen. Sie bietet ihnen ein Umfeld, das es erlaubt, die eigenen Kompetenzen und Ressourcen zu stärken, um den Alltag besser bewältigen zu können. Dabei geht es weniger um individuelle Maßnahmen, sondern darum, Gesundheitsförderungnachhaltig und strukturell in der stationären Pflegeeinrichtung zu verankern und so langfristige Effekte für alle dort lebenden und arbeitenden Menschen zu ermöglichen.

Dies kann vor allem dann gelingen, wenn Maßnahmen der Prävention für Pflegebedürftige mit Maßnahmen betrieblicher Gesundheitsförderung in Pflegeeinrichtungen nach §20b SGB V miteinander verbunden werden. Denn die Gesundheit der Beschäftigten ist eine wichtige Voraussetzung, damit sie gute Pflege leisten können.
Empfehlungen für die betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention in der Pflege erhalten Sie hier:
https://www.iga-info.de/fileadmin/redakteur/Veroeffentlichungen/iga_Wegweiser/Dokumente/iga-Wegweiser_Gesundheit_fuer_Pflegekraefte.pdf?src=asp-cu&typ=pdf&cid=6317

Unser Wegweiser: Gesundheitsförderung leicht gemacht

Die Startbedingungen für Gesundheitsförderung und Prävention sind von Pflegeeinrichtung zu Pflegeeinrichtung unterschiedlich. Unser Wegweiser berücksichtigt das und bietet Ihnen praktische Unterstützung. Er enthält viele Tipps, Checklisten und Beispiele, die Ihnen dabei helfen, den Prozess in Ihrer stationären Pflegeeinrichtung anzustoßen, umzusetzen und mit Leben zu füllen.

Sie können den Wegweiser flexibel nutzen, ganz nach Ihren Bedürfnissen und Fragestellungen. Wenn Sie mit Ihrem Vorhaben noch am Anfang stehen, starten Sie in Phase 1. Wenn Sie schon mitten im Prozess sind oder bereits erste Erfahrungen mit ähnlichen Prozessen gesammelt haben, steigen Sie einfach direkt in der Phase ein, in der Sie Unterstützung benötigen. Eine kurze Übersicht zu Beginn einer jeden Phase zeigt Ihnen, wo Sie sich genau befinden und welchem Ziel die Phase folgt.

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