Empfehlungen für Bewegungsförderung für ältere Menschen – Das Umfeld zählt

Gerade wenn Bewegung schwer fällt, kann das Umfeld  zu körperlicher Aktivität beitragen, indem es beispielsweise angemessene Möglichkeiten schafft, um zu Bewegung zu motivieren. Zudem sind Pflegekräfte, aber auch Angehörige und andere Pflegebedürftige vor Ort eine wertvolle Orientierung für Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen.

Die folgenden Empfehlungen sind auf Basis der Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung erstellt worden und entsprechen den dort beschriebenen Empfehlungen für ältere Menschen bzw. sind von diesen abgeleitet. Sie lassen sich auf die Lebenswelt stationäre Pflegeeinrichtungen übertragen und können auch als Orientierung für pflegebedürftige Erwachsene unter 65 Jahren dienen.

Gelegenheiten und Angebote für Bewegung schaffen

Ob sich eine Person bewegt, hängt zum einen von ihren Fähigkeiten, ihrem Wissen und ihrer Motivation ab. Zum anderen aber auch davon, welche Gelegenheiten sie in ihrer Lebenswelt vorfindet, die zu Bewegung anregen. Dies gilt z. B. für die Bewegungsförderung in  Einrichtungen des betreuten Wohnens oder für stationäre Pflegeeinrichtungen. Dort können beispielsweise bauliche oder organisatorische bewegungsfreundliche Rahmenbedingungen geschaffen werden und gleichzeitig das Bewegungsverhalten der älteren Menschen u. a. durch individuell zugeschnittene Angebote gefördert werden.

Zu Bewegung motivieren

Die Gestaltung der Innenräume und des Außenbereichs kann bereits zu Bewegung motivieren, wenn die Wege in der Einrichtung, in Parkanlagen oder Gärten einladend, barrierefrei und sicher sind. Angebote, die gezielt das individuelle Bewegungsverhalten fördern, können sowohl einzeln als auch in der Gruppe durchgeführt werden. Sie reichen von (begleitetem) Treppensteigen, Gehen oder Balanceübungen bis hin zu sogenannten multimodalen Bewegungsprogrammen in der Gruppe, die Kraft, Balance, Flexibilität und/oder Ausdauer miteinander verbinden.

Bewegung in den Alltag integrieren

Aktivitätsziele sollten individuell auf die Möglichkeiten und Grenzen der einzelnen Person zugeschnitten werden. Ein Ziel kann die regelmäßige Erhöhung der Schrittzahl sein. Empfehlenswert sind Aktivitäten, die entweder in Gruppen durchgeführt oder in den Alltag eingebunden werden. Denn Bewegung an sich, aber auch das gemeinsame Erleben in der Gruppe steigern das körperliche und seelische Wohlbefinden.

Auf die Qualität kommt es an

Für die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Bewegungsförderung bei älteren Menschen sind die folgenden Qualitätskriterien besonders wichtig:

  • Auf die Zielgruppen zugeschnittene Maßnahmen
  • Berücksichtigung individueller Barrieren
  • Planung des inhaltlichen und organisatorischen Ablaufs der Maßnahmen
  • Qualifizierung der Pflegekräfte und/oder Angehörigen
  • Ausreichende zeitliche Ressourcen aller Beteiligten für die Planung und Umsetzung der Maßnahmen

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