Prävention des Tabakkonsums und Förderung des Nichtrauchens in der Kommune

Tabakkonsum gilt als bedeutender Risikofaktor für eine Vielzahl von Erkrankungen und stellt weltweit die häufigste vermeidbare Todesursache dar. Kommunen können wesentlich zur Prävention des Tabakkonsums und zur Förderung des Nichtrauchens beitragen, beispielsweise indem sie den Zugang zu Tabakprodukten beschränken oder rauchfreie Zonen schaffen, um Nichtraucher zu schützen.
Im Folgenden erhalten Sie weitere Informationen sowie Empfehlungen zum Thema Prävention des Tabakkonsums und Förderung des Nichtrauchens. Basis hierfür bildet der Ergebnisbericht der „Recherche von Handlungsempfehlungen zur Prävention des Tabakkonsums und Förderung des Nichtrauchens“, den das IFT-Institut für Therapieforschung München erstellt hat.

Icon: Flagge

Recherche von Handlungsempfehlungen zur Prävention
des Tabakkonsums und Förderung des Nichtrauchens

In der „Recherche von Handlungsempfehlungen zur Prävention des Tabakkonsums und Förderung des Nichtrauchens“ wurden verschiedene internationale Handlungsempfehlungen zusammengetragen und aufbereitet: Neben den evidenzbasierten Empfehlungen des Centers for Disease Control and Prevention (CDC – eine Behörde des US-amerikanischen Ministeriums für Gesundheit und Human Services) und des Tobacco Control Networks (TCN – ein Netzwerk aus Mitgliedern der Tabakkontrollprogramme, Gesundheitsbehörden und des Gesundheitsministeriums der USA) werden auch häufig genannte Empfehlungen in weiteren Publikationen aus den USA, Deutschland, Großbritannien und Australien betrachtet.

Alle Ergebnisse im Detail können Sie in folgendem Dokument nachlesen:
Recherche von Handlungsempfehlungen zur Prävention des Tabakkonsums und Förderung des Nichtrauchens

Empfehlungen zur Prävention des Tabakkonsums in der Kommune

Aufklärung

Die Aufklärung zu Tabakkonsum, Passivrauchen und den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken steht an oberster Stelle bei der Förderung des Nichtrauchens. Kommunen können dabei unterstützen, über das Risiko des Tabakkonsums aufzuklären und Nichtraucher zu schützen. Eine gute Wirksamkeit kann besonders dann erreicht werden, wenn verschiedene Akteure in den Gemeinden in die Entwicklung von lokal angesiedelten Interventionen einbezogen werden.

Beispiele hierfür sind:

Aufklärungskampagnen über Massenmedien (Fernsehen, Rundfunk, Printmedien, Plakate, Internet): Sie erreichen einen großen Teil der Bevölkerung und können die Risiken des Rauchens und Passivrauchens niedrigschwellig vermitteln. Werden die Botschaften beispielsweise in Geschichten verpackt, können sie bei den Zielgruppen emotionale Reaktionen auslösen. Dies kann die Einstellung zum Rauchen beeinflussen und eine Verhaltensänderung bewirken. Massenmediale Kampagnen tragen zudem dazu bei, den Rauchstart bei jungen Menschen hinauszuzögern.

Darüber hinaus kann Aufklärung über kommunal ausgerichtete Kommunikationsmaßnahmen beispielsweise über die gesundheitlichen Risiken des Tabakkonsums und des Passivrauchens in öffentlichen und gastronomischen Einrichtungen, in Wohnungen oder Sportstätten erfolgen. Derartige Aufklärung ist dann besonders effektiv, wenn lokale Medien und Organisationen mit politischen Entscheidungsträgern öffentlichkeitswirksame Partnerschaften eingehen. Bei nationalen Kampagnen zur Tabakprävention lassen sich Reichweite und Wirksamkeit deutlich steigern, wenn sie von lokalen Aktionen flankiert werden. Hierzu gehören beispielsweise Diskussionsrunden zum Thema Tabakkonsum, die innerhalb der Gemeinde organisiert werden. Auch hier können Kommunen durch ihren Einsatz unterstützen.

Beschränkung des Zugangs zu Tabakprodukten

Minderjährige können über eine Beschränkung des Zugangs zu Tabakprodukten vor einem frühzeitigen Tabakkonsum geschützt werden. Möglichkeiten der Beschränkung sind u. a.:

  • Begrenzung der Anzahl und Dichte sowie Lizenzierung von Verkaufsstellen für Tabakprodukte und E-Zigaretten. Hierzu zählt unter anderem die Reglementierung von Verkaufsmöglichkeiten neben Schulen oder Einrichtungen, die von Kindern und Jugendlichen stark frequentiert werden. Dies kann die Kommunalverwaltung aktiv steuern.
  • Regulierung und Kontrolle der Zugangsmöglichkeiten von Tabakprodukten über eine gezielte Aufklärung und Aktivierung von Mitarbeitenden in Tabakverkaufsstellen.
  • Bildung eines unterstützenden lokalen Netzwerks zum Schutz von Minderjährigen; Konsequentere Kontrollen und Ahndungen bei illegalem Verkauf von Tabakprodukten an Kinder und Jugendliche.
  • Verringerung der Nachfrage durch eine eingeschränkte Sichtbarkeit von Tabakprodukten in der Öffentlichkeit, z. B. auf Plakatwänden und anderen Werbeflächen.

Schutz vor Passivrauchen

Schutz vor Passivrauchen kann erreicht werden durch:

  • Rauchfreie Zonen in öffentlichen Gebäuden und Gesundheitseinrichtungen
  • Leit- und Richtlinien, z. B. Leitlinien zur Umsetzung des Rauchverbots (von Tabak und E-Zigaretten) in geschlossenen Arbeitsräumen und an öffentlichen Plätzen sowie in Autos, wenn Kinder und Jugendliche mitfahren. Richtlinien können auch dazu dienen, ein Rauchverbot in Appartement- und Mehrfamilienhäusern anzuregen, beispielsweise über einen Aushang im Treppenhaus oder die Aufnahme eines Rauchverbots in die Mietverträge.
  • Erlassen von Gesetzen zum Schutz vor Passivrauchen oder steuerlicher Gesetze; sie sind ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der nationalen gesundheitspolitischen Ziele. Die Einführung einer Gewerbesteuer für Tabakprodukte kann den Tabakkonsum insbesondere bei Jugendlichen und Menschen mit geringen Einkommen reduzieren. Auch die Erhöhung der Tabaksteuer führt zu einer spürbaren Preissteigerung und macht das Rauchen nachweislich unattraktiv.
  • Darüber hinaus bietet es sich an, Veranstaltungen unter Beteiligung der Kommune z. B. unter dem Motto „rauchfrei“ durchzuführen.

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der Tabakprävention

Empfehlenswert ist die Kinder- und Jugendpartizipation im Rahmen der Tabakprävention. Über Jugendorganisationen können Jugendliche in die Entwicklung von Antirauchkampagnen einbezogen werden oder diese als Zielgruppenrepräsentanten vorab testen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die angestrebte Botschaft angemessen und zielgerichtet vermittelt wird.

War dieser Beitrag hilfreich?