Empfehlungen für Bewegungsförderung in der Kommune

Bewegungsförderung über alle Lebensphasen hinweg ist eines der zentralen Themen kommunaler Gesundheitsförderung und Prävention. Ob eine Kommune eine „bewegte Kommune“ ist, darüber entscheiden vor allem die strukturellen Rahmenbedingungen. Denn wieviel und wie oft sich Menschen bewegen, hängt nicht zuletzt damit zusammen, welche Bewegungsmöglichkeiten sie vorfinden.

Die gesamte Bevölkerung einbeziehen

Eine Kommune kann viel dafür tun, dass ihre Einwohnerinnen und Einwohner in Bewegung bleiben oder sich in Bewegung setzen. Wichtig sind vor allem Bewegungsmöglichkeiten und -räume, die die Menschen dazu anregen, körperlich aktiv zu werden. Wenn Umfeld und Angebote stimmen, sind Grundvoraussetzungen für nachhaltige Veränderungen des individuellen Verhaltens geschaffen. Die folgenden Empfehlungen richten sich besonders an politische Entscheidungsträger, Institutionen und Organisationen der Gesundheitsförderung und Prävention. Sie basieren auf den Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung (pdf). Maßnahmen der Bewegungsförderung in der Kommune sind auf die gesamte Bevölkerung ausgerichtet. Dazu gehören:

Eine bewegungsfreundliche Stadtgestaltung ist das A und O kommunaler Bewegungsförderung. Das konnten viele Studien zeigen.

Die Lebensbereiche Wohnen, Einkaufen und Lernen/Arbeiten sollten durchmischt oder räumlich vernetzt sein und sich in unmittelbarer Nähe zueinander befinden. Eine möglichst flächendeckende Versorgung mit Fahrrad- und Gehwegen bietet eine Voraussetzung dafür, dass Bürgerinnen und Bürger häufiger vom Auto auf das Fahrrad umsteigen oder zu Fuß gehen. Auch wohnungsnahe, für die ganze Bevölkerung zugängliche Sport- und Freizeitanlagen sowie Parks gehören zu den städtebaulichen Voraussetzungen für mehr Bewegung der Bewohnerinnen und Bewohner.

Hinzu kommt, dass verkehrsberuhigte, sichere und ästhetisch ansprechende Zonen im direkten Wohnumfeld – wie Spielstraßen, Plätze und Grünflächen – nicht nur zu mehr Aktivität anregen. Sie gewährleisten auch, dass sich insbesondere Kinder und ältere Menschen gefahrlos bewegen können. Gerade die Bedürfnisse älterer Menschen sollten von den Kommunen berücksichtigt werden. Sicheres Fahrradfahren, wohnungsnahe altersgerechte Bewegungsmöglichkeiten, die Beschaffenheit von Gehwegen oder die barrierefreie Ausgestaltung von Parks und anderen Freizeitanlagen sind nur einige Beispiele.

Für viele Ansätze der Bewegungsförderung in der Kommune sind politische Entscheidungen und deren Umsetzung erforderlich. Eine bewegungsförderliche Politik empfiehlt sich insbesondere im Hinblick auf Regulierungen für die Stadt- und Raumplanung. Hierzu zählt beispielsweise, dass Bewegungsräume in der Flächennutzungsplanung angemessen berücksichtigt und lokal umgesetzt werden. Darüber hinaus ist eine bewegungsfreundliche Verkehrspolitik (z. B. über politische Entscheidungen zur Verkehrsberuhigung und zum Ausbau der Fahrradinfrastruktur) ebenso zu empfehlen wie Regulierungen, die Sport- und Freizeitanlagen für die breite Bevölkerung zugänglich machen und die Nutzung von Grünflächen und Parks für Bewegung unterstützen.

Gemeindebezogene Ansätze nehmen die Bewegungsförderung in der Kommune insgesamt in den Blick und verbinden dabei in der Regel verschiedene Maßnahmen. Diese Ansätze sind dann empfehlenswert, wenn sie auf einzelnen wirksamen Komponenten aufbauen und deren Wechselwirkungen nutzen. Studien geben Hinweise darauf, dass bei diesen sogenannten „Mehrkomponentenansätzen“ vor allem strukturelle Maßnahmen (z. B. politische Regelungen, städtebauliche Veränderungen) und verhaltensbezogene Maßnahmen wie gruppenbasierte Bewegungsangebote (z. B. Walkingangebote für verschiedene Zielgruppen) wirksam sind. Entsprechend wird empfohlen, insbesondere diese beiden Komponenten miteinander zu kombinieren.

Massenmediale Kampagnen werden häufig eingesetzt, um die Gesamtbevölkerung oder einzelne Zielgruppen zu informieren und zu motivieren. Auch Kampagnen erzielen vor allem dann Wirkung, wenn sie mit anderen Ansätzen verknüpft werden. Zu empfehlen ist insbesondere eine Kombination mit strukturellen, d. h. umwelt-und politikbezogenen Maßnahmen und mit Bewegungsangeboten, die die unmittelbaren Lebensbezüge der Menschen berücksichtigen. Bei Angeboten für ältere Menschen würde dies beispielsweise bedeuten, dass sie in der Nähe zu ihrem Zuhause stattfinden und die sozialen Netzwerke einbeziehen.

Gleiches gilt für sogenannte „motivationale Entscheidungshilfen“ wie beispielsweise Hinweise zur Benutzung von Treppen. Sie sind zwar empfehlenswert, aber nur ausreichend wirksam, wenn sie Teil einer Gesamtstrategie sind, die sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt.

Informationen zu Bewegungsförderung in weiteren Lebenswelten

Die Kommune bildet das Dach für weitere Lebenswelten wie Kita oder Schule. Die Nationalen Empfehlungen liefern auch für diese Lebenswelten wichtige Erkenntnisse zum Thema Bewegungsförderung.

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