Gesundheits­förderung in der Kommune

Um gesundheitsförderliche Verhältnisse zu schaffen und die Gesundheit von Menschen zu fördern, kommt der Kommune als „Dach-Setting“ eine Schlüsselfunktion zu. Kommunen gestalten im Rahmen ihres Selbstverwaltungsrechtes gem. Artikel 28 Abs. 2 Satz 1 und 2 Grundgesetz zentrale Lebensbedingungen der Menschen. Die Kommune ist damit von besonderer Bedeutung für die Gesundheitsförderung und Prävention: Kommunen stoßen gesundheitsförderliche Entwicklungsprozesse an, koordinieren und leiten diese. Darüber hinaus beeinflussen sie auch die Rahmenbedingungen u. a. in Kitas und Schulen maßgeblich.

Durch gesundheitsförderliche Lebensbedingungen sowie durch niedrigschwellige und stigmatisierungsfreie Angebote im kommunalen Raum können alle Menschen erreicht werden. Es profitieren insbesondere Menschen in belastenden Lebenssituationen und mit gesundheitlichen Risiken, wie z. B. arbeitslose oder ältere Menschen. Gesundheitsförderung und Prävention in kommunalen Lebenswelten leistet damit einen besonderen Beitrag zur Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit.

Beratung und Unterstützung durch die gesetzlichen Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen tragen im Rahmen eines größeren Verbundes von Akteuren und Institutionen zur bedarfsgerechten Unterstützung von Kommunen bei der Gesundheitsförderung und Prävention bei. Eine Voraussetzung für das Engagement der gesetzlichen Krankenkassen ist, dass dieser Bedarf datengestützt (z. B. Gesundheits-, Sozial- und Umweltberichterstattung) nachgewiesen wird und die kommunal und politisch Verantwortlichen auf eine dauerhafte Implementierung von präventiven und gesundheitsförderlichen Aktivitäten hinwirken. Für die Unterstützung durch die gesetzlichen Krankenkassen ist zudem eine angemessene Eigenleistung der Kommune in § 20a Abs. 2 SGB V vorausgesetzt.

Informationen zu den Qualitätskriterien der gesetzlichen Krankenkassen in der kommunalen Gesundheitsförderung und Prävention finden Sie hier.


Beispiel: Bewegungsförderung in der Kommune

Aufgaben der Kommune sind (unter Berücksichtigung der von Bund und Ländern vorgegebenen Rahmenbedingungen) u. a.:

  • Bereitstellung/Unterhaltung von Sport- und Grünflächen, Schwimmbädern, Fahrrad- und Fußwegen etc.
  • Vereinsförderung (insbesondere von Sportvereinen) zur Gewährleistung niedrigschwelliger Zugänge zu Bewegungsangeboten
  • Schaffung von Bewegungsgelegenheiten, -räumen und sonstigen infrastrukturellen Voraussetzungen für Bewegung (z. B. Fahrradstellplätze, Umkleidemöglichkeiten) als Träger von Kitas, Schulen etc.

Unterstützung durch die gesetzlichen Krankenkassen:

Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen bei der Umsetzung des Gesundheitsförderungsprozesses
(Vorbereitung – Strukturaufbau/-nutzung – Analyse – Planung – Umsetzung – Evaluation).

Beispiele für Maßnahmen in der Umsetzungsphase sind:

  • Qualifizierung von Fachkräften (z. B. Erzieherinnen und Erzieher, Pädagoginnen und Pädagogen) in gesundheitsorientierter Bewegungsförderung
  • Bereitstellung und Implementierung niedrigschwelliger Bewegungsangebote im öffentlichen Raum

Mehr über den Gesundheitsförderungsprozess erfahren Sie in unserem Wegweiser für die Kommune.

Koordinierungsstellen Gesundheitliche Chancengleichheit

Das GKV-Bündnis für Gesundheit hat in allen Bundesländern die Koordinierungsstellen Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) personell verstärkt und damit das Leistungsangebot für Kommunen erweitert. Zentrale Aufgabe der KGC ist die Unterstützung kommunaler Strategien und Netzwerke. Hierzu gehören z. B. die Beratung und Prozessbegleitung zur Unterstützung des kommunalen gesundheitsförderlichen Engagements und die Qualifizierung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren auf kommunaler Ebene. Das konkrete Tätigkeitsspektrum der KGC wird in jedem Bundesland mit den gesetzlichen Krankenkassen abgestimmt.

Weitere Informationen zu den landesbezogenen Schwerpunkten der KGC finden Sie unter "Wir in den Ländern".