Phase 4: Planung


Auf einen Blick

  • Ausgangssituation: Auf Basis der Analyseergebnisse haben Sie gemeinschaftlich eine Entscheidung für die Durchführung eines konkreten Vorhabens getroffen.
  • Inhalt: In Phase 4 legen Sie die spezifischen Ziele fest und planen die konkrete(n) Maßnahme(n). Überlegen Sie sich in dieser Phase erste Indikatoren, die Sie, Ihre Mitstreiter/-innen und die Zielgruppe(n) auf dem Weg zum Erfolg für maßgeblich halten.
  • Ziel: Am Ende von Phase 4 haben Sie mit Blick auf die gesetzten Ziele einen Projektplan zusammengestellt.

SMARTe Ziele setzen

Erste Aufgabe ist die Festlegung von Zielen und Teilzielen. Nehmen Sie dafür Ihre Analyse als Grundlage und denken Sie über folgende Aspekte nach:

  • Was wollen wir erreichen?
  • Welche Ziele setzen wir uns?
  • Welche Ziele sind realistisch?
  • Woran können wir überprüfen, ob wir unsere Ziele erreicht haben?

Wählen Sie miteinander Ziele aus, die zu Ihrer Einrichtung passen und bestimmen Sie anhand der Wichtigkeit eine Reihenfolge. Wir raten Ihnen, ein übergreifendes Ziel festzulegen und dies auf erreichbare Teilziele herunterzubrechen. Es hat sich dabei bewährt, Ziele so zu formulieren, als seien sie bereits erreicht, beispielsweise:

Ziel:       Die Kinder ernähren sich gesünder.

Teilziel: Die Kinder sind in die Speiseplangestaltung einbezogen und helfen regelmäßig bei der Zubereitung der Nachspeise mit.

Nehmen Sie sich miteinander Zeit, die Ziele festzulegen und klar zu formulieren. Dies hilft Ihnen später bei der Durchführung und Kontrolle. Für den Erfolg ist es wichtig, dass alle Mitstreiter/-innen die Ziele mittragen. Dokumentieren Sie schließlich in Ihrem Logbuch, was Sie gemeinsam festgelegt haben.

  Formulieren Sie die Ziele…

  Das bedeutet…

  S – Spezifisch                            

Die Ziele zeigen auf, wie und wo eine Veränderung stattfinden soll.

  M – Messbar

Die Ziele lassen sich überprüfen.

  A – Akzeptiert

Die Zielgruppe(n) sehen die Veränderung als notwendig an.

  R – Realistisch

Das Ziel muss in der festgelegten Zeit und unter den individuellen Voraussetzungen in der Kommune tatsächlich erfüllbar sein.

  T – Terminiert

Das Ziel muss zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht sein.

TIPP

Gründen Sie ein Projektteam

Gesundheitsförderung in der Kita schafft niemand allein – dazu braucht es viele Hände. Wie viele mitmachen sollten, hängt von Ihrem Vorhaben und der Größe der Einrichtung ab. Finden Sie Kolleginnen und Kollegen, die sich um die praktische Durchführung kümmern wollen. Wir nennen diese Arbeitsgruppe hier im Wegweiser  „Projektteam“. Möglicherweise machen im Projektteam auch diejenigen mit, die sich übergeordnet um die Koordinierung kümmern. Das kann sein, muss aber nicht. Überorganisieren Sie nichts, aber stellen Sie sicher, dass Sie arbeitsfähig sind.

Ein wichtiger Schritt, der nun folgt, ist, gemeinsam zu beraten, welche Aufgaben anstehen und wer sich konkret und verbindlich um Planung und Umsetzung kümmert. Dokumentieren Sie dies in Ihrem Logbuch (siehe Info). Auch Personen aus Ihrem Netzwerk außerhalb der Kita oder engagierte Mütter oder Väter können hier mitmachen.

In Kitas ändert sich die personelle Situation manchmal kurzfristig. Es ist völlig in Ordnung, wenn sich in einer solchen Situation auch die Zusammensetzung des Projektteams ändert. Jemand kann nicht mehr mitmachen, dafür hat eine Kollegin/ein Kollege Interesse an dem Thema gefunden und möchte sich einbringen.

Gemeinsam Maßnahmen planen!

Wenn die Ziele feststehen, können Sie mit der konkreten Planung beginnen. Legen Sie die Maßnahmen fest, die Ihnen zur Zielerreichung geeignet erscheinen. Womit möchten Sie beginnen? Wer kann Sie unterstützen? Worauf können Sie aufbauen, welche Erfahrungen können Sie nutzen? Verteilen Sie gemeinsam die Aufgaben.

Achten Sie bei der Planung darauf, dass die Maßnahmen sowohl verhaltens- als auch verhältnispräventiv ausgerichtet sind. Hierfür sind sowohl gesundheitsförderliche Verhaltensweisen der Kinder oder der Fachkräfte zu  berücksichtigen als auch das Kita-Umfeld und die Arbeitsbedingungen in der Kita.

Wichtig ist zudem die zeitliche Planung. Bringen Sie hierfür zunächst Ihre Ziele, Meilensteine und geplanten Maßnahmen in eine sinnvolle Struktur. Dazu kann ein Übersichtstableau dienen, das auch den zeitlichen Verlauf widerspiegelt. Nun fixieren Sie auf der Zeitschiene Meilensteine, an denen Sie bestimmte Dinge umgesetzt haben wollen. Unser Rat: Überfordern Sie sich nicht. Unterscheiden Sie zwischen Wunsch und Wirklichkeit und behalten Sie immer die Situation Ihrer Kita im Blick. Wie Sie sich auch festlegen, bringen Sie Ihren Plan zu Papier, damit jeder bei Bedarf nachlesen kann. Dies ist besonders wichtig, falls im Laufe des Prozesses neue Mitstreiter/-innen hinzukommen.

So kann eine konkrete Planung aussehen!

Die Verantwortlichen einer Kita wollen, dass die Kinder sich im Kita-Alltag mehr bewegen (Ziel). Da die Außenanlage klein ist, sollen Bewegungsangebote in der Kita geschaffen werden. Dazu soll ein Raum entsprechend umgestaltet werden (Teilziel 1). Der Träger hat im Vorfeld bereits signalisiert, die Kosten einer solchen Maßnahme in gewissem Rahmen zu übernehmen. Das Projektteam überlegt nun, welche Aufgaben zu erledigen sind, beispielsweise für die Planung, Angebotseinholung, Antragstellung und Durchführung. Eine Beratung durch die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) kann angefragt werden. Die Aufgaben werden auf die einzelnen Teammitglieder verteilt und es wird ein Zeitplan festgelegt, bis wann was erledigt sein soll.

Icon Info

Dokumentieren Sie Ihre geplanten Maßnahmen und Ziele!

Sie haben bereits in Phase 2 ein Logbuch angelegt – als Ringordner oder digital. Sollten Sie erst in Phase 4 in den Gesundheitsförderungsprozess eingestiegen sein, ist es nun an der Zeit, dies zu tun. Eine regelmäßige Dokumentation gibt Ihnen einen guten Überblick, ob Sie an alles gedacht haben. Außerdem haben alle Akteure jederzeit die Möglichkeit, sich über den aktuellen Stand des Prozesses zu informieren.

In Ihrem Logbuch sollten Sie Ihre Überlegungen sorgfältig dokumentieren. Wie sehen die Zuständigkeiten aus? Welche spezifischen Ziele möchten Sie erreichen und wie sehen die konkrete(n) Maßnahme(n) aus?

Zielgruppe(n) ins Boot holen

Denken Sie bei der Planung unbedingt daran, die Zielgruppe(n) einzubinden. Gewinnen Sie Vertreter der Elternschaft für die Mitwirkung. Oder fragen Sie während der Planungsphase die Kinder, ob Ihre Ideen ankommen. Möglicherweise wollen Sie dazu auch eine Kinderkonferenz einberufen.

Das Projekt mit Leben füllen

Den Raum mit Kletterwänden und Matten auszustatten, ist ein wichtiges Teilziel (Verhältnisprävention). Dies aber genügt allein noch nicht, um das Ziel zu erreichen, dass sich die Kinder im Kita-Alltag mehr bewegen. Ein weiteres Teilziel wäre daher, ein Konzept für die Raumnutzung zu erarbeiten, um die Lust der Kinder auf Bewegung zu unterstützen bzw. zu wecken (Verhaltensprävention). Das Nutzungskonzept muss in den üblichen Tages- und Wochenablauf der Kita bzw. der Gruppen passen. Nur wenn es alltagstauglich ist, kann es dauerhaft Erfolg haben.

Denken Sie an die rechtzeitige Kostenplanung!

Die meisten Vorhaben kosten Geld, deswegen muss die Finanzierung vorab geklärt werden. Welche Anschaffungen stehen an? Sind Fortbildungen erforderlich? Vielleicht wollen Sie eine andere Kita besuchen, um zu sehen, wie Gesundheitsförderung dort erfolgreich umgesetzt wird? Je nach Thema kann es auch notwendig sein, externe Fachleute gegen Honorar zu verpflichten.

Die Budgets von Kitas sind begrenzt. Da größere Ausgaben in der Regel zu Lasten anderer Maßnahmen gehen, sollte die Entscheidung über die geplanten Aktivitäten vom gesamten Kita-Team getragen werden.

Für bauliche Veränderungen, beispielsweise Umgestaltung des Außengeländes oder Lärmdämmung, ist der Kita-Träger zuständig. Möglicherweise lassen sich dafür aber auch (zusätzlich) andere Geldgeber gewinnen, wie die Unfallkasse, Krankenkassen oder Firmen im Umfeld. Nehmen Sie Kontakt auf!

TIPP

Unterstützung durch die gesetzlichen Krankenkassen

Krankenkassen können, wie in jeder Phase des Gesundheitsförderungsprozesses, auch bei der Planung von Maßnahmen der Gesundheitsförderung unterstützen und dadurch die Qualität der Maßnahmen verbessern. Sie verfügen über praxiserprobte, evaluierte und standardisierte Programme, die in den Kita-Ablauf integriert werden können.

Gesundheitsförderungsmaßnahmen in Kitas werden von den Krankenkassen unterstützt, wenn die Ziele und Maßnahmen theoretisch fundiert sind und bestimmten Qualitätskriterien entsprechen. Wichtig ist beispielsweise, dass der Bedarf für die Maßnahmen nachweisbar ist, die Zielgruppe(n) bestimmt wurde(n) und Ziele klar definiert sind. Weitere Informationen zu den Qualitätskriterien der Krankenkassen, die für die Gesundheitsförderung und Prävention in der Kita gefordert sind, finden Sie hier.

Für weitere Unterstützung und konkrete Maßnahmen oder Module wenden Sie sich an Ihre gesetzliche Krankenkasse vor Ort.