Qualitätskriterien für eine gesundheitsförderliche Kita

Wenn Sie Ihre Kita so gestalten möchten, dass sie eine gesunde Entwicklung der Kinder fördert, können die gesetzlichen Krankenkassen Sie unterstützen. Die zentralen Themen sind dabei  insbesondere die Förderung von Bewegung, einer gesunden Ernährung, Entspannung, Stressbewältigung, sozial-emotionaler Kompetenzen und Resilienz (Widerstandsfähigkeit).

  • Das Kita-Team sorgt für ein ausgewogenes und abwechslungsreiches Angebot frischer und gesunder Lebensmittel einschließlich Getränken.
  • Die Kinder werden in die Zubereitung der Mahlzeiten – sofern die räumlich-strukturellen Voraussetzungen hierfür gegeben sind – aktiv integriert, um ihnen sinnliche Lernerfahrungen im Umgang mit Lebensmitteln zu ermöglichen. 
  • Die Esssituation wird vom Kita-Team gemeinsam mit den Kindern freudvoll und gesellig gestaltet. 
  • Der Kita-Träger stellt vielfältige und möglichst naturnahe Bewegungsräume und Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung.
  • Über Bewegungsspiele in Gruppen werden die körperliche Leistungsfähigkeit, die Lernfähigkeit und -bereitschaft sowie die sinnlichen Erfahrungsmöglichkeiten der Kinder verbessert. 
  • Über Entspannung im rhythmischen Wechsel mit Bewegungseinheiten werden die Körperwahrnehmung verbessert und die Lern- und Konzentrationsfähigkeit wiederhergestellt.
  • Psychische Ressourcen wie Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit und Resilienz werden gestärkt.
  • Netzwerke werden initiiert, die ausgehend von Kitas nachhaltig gesundheitsförderliche Strukturen in der Region unterstützen. Die Verfügbarkeit von Gemeinderessourcen zur Unterstützung der praktischen Gesundheitsförderung wird ausgelotet.
  • Sozial-emotionale Kompetenzen (wie z. B. Selbststeuerung, Rücksichtnahme, Konfliktlösung) werden gestärkt.
  • Die Gesundheitsförderungskompetenzen von Eltern werden gestärkt.
  • Das Kita-Team wirkt bei Eltern und Kindern auf einen maßvollen Umgang mit Medien hin. 
  • Das Kita-Team selbst wird in Fragen der Gesundheitsförderung unterstützt (ggf. Verknüpfung mit Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung). 

Sie wollen mehr darüber erfahren, wie Sie Gesundheit zum Leitbild in Ihrer Kita machen können? Im Wegweiser Kita finden Sie nützliche Informationen.

Unterstützung durch die gesetzlichen Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen können Sie bei lebensweltbezogener Gesundheitsförderung und Prävention z. B. mit Moderationsleistungen oder qualitätsgesicherten Konzepten und Programmen unterstützen. Die geförderten Maßnahmen orientieren sich grundsätzlich am Gesundheitsförderungprozess (siehe Wegweiser Kita). Die Unterstützung der gesetzlichen Krankenkassen erfolgt unabhängig davon, wo die Kinder oder die Beschäftigten Ihrer Kita versichert sind.

Damit eine Unterstützung durch die gesetzlichen Krankenkassen erfolgen kann, müssen die folgenden Kita-spezifischen Voraussetzungen erfüllt sein oder im Rahmen der Maßnahme erfüllt werden:

  • Es handelt sich um Maßnahmen zur integrierten Förderung von Bildung und Gesundheit in Kitas mit verhaltens- und verhältnispräventiver Ausrichtung.
  • Die Kita ist nicht nur Zugangsweg zur Erreichung der Kinder und ihrer Familien, sondern ist selbst Gegenstand gesundheitsförderlicher Umgestaltung.
  • Zielgruppen sind insbesondere die Kinder und deren Familien.
  • Die Maßnahmen bauen auf dem tatsächlichen Bedarf der Kindertagesstätte auf, der z. B. durch Befragungen bei Eltern und Erzieherinnen und Erziehern erhoben wird.
  • Es handelt sich um Gemeinschaftsprojekte mit mehreren Partnerinnen und Partnern bzw. Finanzierungsverantwortlichen. Insbesondere hat auch der Kita-Träger selbst eigene sächliche oder finanzielle Mittel in das Projekt/Programm/die Maßnahme einzubringen.
  • Umsetzung und Ergebnisse der Intervention werden dokumentiert, evaluiert und allen Beteiligten zur Verfügung gestellt

Darüber hinhaus müssen folgende übergreifende Förderkriterien erfüllt sein:

  • Für die geplanten Aktivitäten wird ein Bedarf nachgewiesen. 
  • Die Zielgruppen werden unter besonderer Berücksichtigung sozial benachteiligter Personengruppen definiert.
  • Die Vielfalt/Diversität der Zielgruppen wird berücksichtigt. 
  • Vorhandene Strukturen, Einrichtungen, Netzwerke und Akteure, Finanzierungsträger (Drittmittel) im Setting werden ermittelt und möglichst genutzt bzw. eingebunden. Ressortübergreifende Strukturen werden gefördert (Partnerschaften). 
  • In den gesamten Gesundheitsförderungsprozess sind die Zielgruppen aktiv einbezogen (Partizipation).
  • Die Zieldefinition erfolgt möglichst operationalisiert; dabei sind der Verhältnis- und der Verhaltensbezug beachtet.
  • Ein Finanzierungskonzept liegt vor, welches die Aktivitäten in allen Phasen des Gesundheitsförderungsprozesses umfasst. Insbesondere die für das Setting zuständigen Träger bringen einen angemessenen Anteil an Mitteln – auch in Form geldwerter Leistungen – in die Aktivitäten ein. 
  • Die Partnerinnen/Partner informieren sich gegenseitig laufend über den jeweils  aktuellen Sachstand (Transparenz). 
  • Ausrichtung der Interventionen: Die geplanten Aktivitäten stärken über die Krankheitsvermeidung hinaus die gesundheitsfördernden und -schützenden Ressourcen Einzelner und verbessern die Rahmenbedingungen.
  • Ein Nachhaltigkeitskonzept (z. B. zur Verstetigung des Prozesses, zur Strukturbildung) liegt vor. 
  • Die im bzw. für das Setting Verantwortlichen verpflichten sich zur Teilnahme an Qualitätssicherungsmaßnahmen.

Von einer Förderung durch die gesetzlichen Krankenkassen ausgeschlossen sind insbesondere:

  • Aktivitäten, die zu den Pflichtaufgaben anderer Einrichtungen oder Verantwortlicher gehören (z. B. die Suchtberatung durch entsprechende Beratungsstellen oder Suchtprophylaxebeauftragte),
  • isolierte, d. h. nicht in ein Gesamtkonzept eingebundene Maßnahmen externer Anbieterinnen/Anbieter,
  • individuumsbezogene Abrechnung von Maßnahmen,
  • Förderanträge, die nicht von der Einrichtung/dem Einrichtungsträger selbst gestellt werden,
  • Forschungsprojekte/Screenings ohne Interventionsbezug
  • Aktivitäten von politischen Parteien sowie parteinahen Organisationen und Stiftungen,
  • Aktivitäten, die einseitig Werbezwecken für bestimmte Einrichtungen, Organisationen oder Produkte dienen
  • ausschließlich öffentlichkeitsorientierte Aktionen, Informationsstände (z. B. bei Stadtteil-, Schul- und Kita-Festen, in öffentlichen Bereichen) oder ausschließlich mediale Aufklärungskampagnen),
  • berufliche Ausbildung und Qualifizierungsmaßnahmen, die nicht an das Projekt gebunden sind,
  • Kosten für Baumaßnahmen, Einrichtungsgegenstände, Mobiliar und technische Hilfsmittel,
  • Regelfinanzierung von auf Dauer angelegten Stellen, z. B. in Beratungseinrichtungen,
  • Angebote, die weltanschaulich nicht neutral sind.

Informationen zu den Angeboten und Beratungsmöglichkeiten in Ihrer Region finden Sie unter "Wir in den Ländern".