Phase 4: Planung


Auf einen Blick

  • Ausgangssituation: Sie haben Bedarfe ermittelt und die Studierenden nach ihren Bedürfnissen befragt. Die Analyseergebnisse liegen vor, wurden reflektiert und kommuniziert. Sie haben Ihre Themen für die Gesundheitsförderung festgelegt und priorisiert.
  • Inhalt: In Phase 4 bewerten Sie im Steuerungsgremium die gesammelten Informationen und legen die Ziele für Ihre Hochschule fest. Sie setzen dabei Ihre Prioritäten und entwickeln konkrete Maßnahmen, mit denen Sie diese Ziele erreichen können.
  • Ziel: Am Ende von Phase 4 haben Sie einen Projektplan aufgestellt.

SMARTe Ziele setzen

Im Steuerungsgremium legen Sie nun auf Basis Ihrer Analyse gemeinschaftlich die Ziele für die Gesundheitsförderung an Ihrer Hochschule fest. Eine Zielhierarchie ist hierbei empfehlenswert: Benennen Sie zu einem oder mehreren übergreifenden Ziel(en) jeweils gut erreichbare Teilziele. So können Sie relativ schnell erste Erfolge verbuchen (sogenannte Quick-Wins) und stärken die Motivation der Beteiligten. Unterscheiden Sie zwischen kurz,- mittel- und langfristigen Zielen. Alle Ziele und deren Erfolgskriterien sollten prozess- und ergebnisbezogen formuliert werden. Vereinbaren Sie Etappenziele und Meilensteine mit festen Terminen!

Inhaltlich orientieren sich die Ziele an Teilzielgruppen. Diese können bspw. Fächergruppen, Geschlechtergruppen, Studierende mit besonderem Bewegungsförderungsbedarf oder besonderer Stressbelastung umfassen. Die Unterteilung hilft, um gezielte Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention zu planen. Sie können die Teilzielgruppen auch nach Studienphasen unterscheiden (Studienbeginn und Prüfungsphase), wenn das sinnvoll erscheint.

Formulieren Sie die Ziele... Das bedeutet...
S – Spezifisch Die Ziele zeigen auf, wie und wo eine Veränderung stattfinden soll.
M – Messbar Die Ziele lassen sich überprüfen.
A – Akzeptiert Die Zielgruppe(n) sehen die Veränderung als notwendig an.
R – Realistisch Das Ziel muss in der festgelegten Zeit und unter den individuellen Voraussetzungen
in der Hochschule tatsächlich erfüllbar sein.
T – Terminiert Das Ziel muss zu einem bestimmten Zeitpunkt erreicht sein.

Gemeinsame Ziele schaffen Commitment

Verknüpfen Sie die Gesundheitsförderung in Ihrer Hochschule mit konkreten Zielen. So wird für alle Beteiligten deutlich, was genau erreicht werden soll. Dafür sollten kurz-, mittel- und langfristige Ziele formuliert werden, die mit objektiven Kriterien für die Erfolgsermittlung hinterlegt werden. Für einzelne Teilziele können unterschiedliche Akteurinnen und Akteure federführend verantwortlich sein. Die Ziele sollten gemeinsam im Steuerungskreis, insbesondere von und mit den Studierenden vereinbart werden.

TIPP

Kurz-, mittel- und langfristige Ziele

Ein kurzfristig erreichbares Ziel könnte z. B. die Steigerung der Konzentrationsfähigkeit von Studierenden sein. Mittelfristig wäre eine regionale Bekanntheit als „bewegungsfreundlicher Campus“ erreichbar. Zu den eher langfristigen Zielen zählt bspw. ein geringeres Stressempfinden in Prüfungsphasen bei Studierenden.

TIPP

Zielfindung gestalten

Es lohnt sich, für die Zielfindung etwas Zeit einzuplanen. Bewährt hat sich ein Zielfindungsworkshop mit allen Projektbeteiligten. Dieser Workshop kann an einem oder über mehrere Tage verteilt stattfinden. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit dafür. Sie schaffen damit einen wirksamen Auftakt und fördern die Motivation und das Commitment bei den Beteiligten.


Meilensteine

Eine wichtige Methode zur Kontrolle des Verlaufs und Erfolgs Ihres Vorhabens

Mit Meilensteinen teilen Sie den Gesundheitsförderungsprozess in kleinere Wegstrecken. Sie markieren wichtige Abschnitte Ihres Vorhabens und ermöglichen Zwischenerfolge. Meilensteine sind mit einem festen Termin verbunden. Sie geben allen Beteiligten eine Orientierung zum Fortschritt des Projekts.

Maßnahmen planen

Sie haben sich gemeinsam auf Ihre Ziele der studentischen Gesundheitsförderung verständigt? Dann legen Sie als Nächstes geeignete Maßnahmen fest, um diese Ziele zu erreichen. Binden Sie im Sinne der Partizipation hierbei Ihre Zielgruppe(n) ein. Es ist empfehlenswert, verhältnisbezogene mit verhaltensbezogenen Maßnahmen zu kombinieren, um Synergieeffekte zu nutzen. Zu den verhältnisbezogenen Maßnahmen gehören Interventionen im physischen, organisatorischen und sozialen Umfeld der Studierenden (wie Lernumgebung und Studienablauf). Verhaltensbezogene Maßnahmen setzen auf der persönlichen Ebene der Zielgruppen an. Hierzu gehören Angebote zur Bewegungsförderung, Stressbewältigung, Ernährungs- und Gesundheitskompetenzbildung oder Suchtprävention.

Entscheiden Sie gemeinsam, mit welchen Maßnahmen Sie beginnen werden und wie die Aufgaben verteilt werden. Erstellen Sie nun Ihren Projektplan, der Ihre Ziele, Maßnahmen und Meilensteine in der geplanten Chronologie darstellt.

Finanzielle und personelle Ressourcen

Um die Gesundheitsförderung an Ihrer Hochschule nachhaltig zu gestalten, sind finanzielle und personelle Ressourcen über die Einführung hinaus zu sichern. Nehmen Sie jetzt eine detaillierte Planung der benötigten Ressourcen vor. Dazu gehören neben einer fest angestellten leitenden Koordinierungsstelle auch Räume und technische Ausstattung. Verfügt Ihre Hochschule selbst über ausreichende Ressourcen? Wer soll Ihre Mittel und Ressourcen verwalten? Überlegen Sie auch, welche Fähigkeiten und Qualifikationen Sie z. B. für die Koordination der Gesundheitsförderung benötigen. Planen Sie die finanziellen und personellen Ressourcen über einen längeren Zeitraum, um den Gesundheitsförderungsprozess nachhaltig verstetigen zu können.

Möglichkeiten zur hochschulinternen Finanzierung:

  • Haushaltsmittel
  • Studienqualitätsmittel (Qualitätsverbesserungsmittel/QVM-hochschulinternes Budget)
  • Studiengebühren
  • Internes Sponsoring z. B. durch AStA oder Studierendenwerk
  • Förderkreis der Hochschule
  • Solidaritätsveranstaltungen, Teilnahmegebühren für Veranstaltungen

Externe Finanzierungsmöglichkeiten:

  • Sozialversicherungsträger insbes. Krankenkassen (über PrävG)
  • Unfallkassen (in Anlehnung an das PrävG)
  • Ministerien, z. B. Gesundheits- und Wissenschaftsministerium des Landes
  • EU-Förderprogramme
  • Stiftungen
  • lokale Unternehmen (Corporate-Social-Responsibility-Projekte)
  • Fundraising

Unterstützung durch Krankenkassen

Die Sozialversicherungsträger, insbesondere die Krankenkassen, können Sie bei der Planung und Umsetzung der Gesundheitsförderung an Ihrer Hochschule unterstützen und fördern.  Hierfür ist es wichtig, dass Ihre Ziele und Maßnahmen wissenschaftlich fundiert sind und bestimmten Qualitätskriterien entsprechen. Für die Förderung sind zudem Aspekte wie Nachhaltigkeit, Partizipation und Vernetzung relevant. Weitere Informationen zu den Qualitätskriterien der Krankenkassen finden Sie hier.

Für weitere Unterstützung und konkrete Maßnahmen oder Module wenden Sie sich an Ihre gesetzliche Krankenkasse vor Ort.

Kommunikation verbindet und schafft Unterstützung

Wirkungsvolle Kommunikation will geplant sein. Der Weg zu einer gesundheitsfördernden Hochschule ist ein Prozess. Informieren Sie Studierende, Akteurinnen und Akteure, Stakeholder etc. darüber. Teilen Sie kleine und große Erfolge, berichten Sie über geplante bzw. umgesetzte Maßnahmen und gewinnen Sie weitere Unterstützer/-innen! Gute Kommunikation schafft Vertrauen und stärkt den Zusammenhalt. Das ist auch für den nachhaltigen Erfolg der Gesundheitsförderung wichtig. Erstellen Sie deshalb ein erstes Kommunikationskonzept, das Sie regelmäßig überprüfen und erneuern. Damit Sie die richtigen Empfänger/-innen erreichen, haben wir eine Checkliste zur Kommunikation für Sie erstellt:

  • Welches Ziel verfolgen Sie? Ziele definieren.
  • Zielgruppe(n) definieren (z. B. einzelne Fakultäten oder Studierende im ersten Semester)
  • Kommunikationsziele festlegen: Was möchten Sie bei den einzelnen Zielgruppen erreichen?
  • Wann möchten Sie die Zielgruppe erreichen (z. B. zum Semesterbeginn)?
  • Welche Botschaft soll vermittelt werden?
  • Welche Kommunikationsmittel sind geeignet (z. B. E-Mail, Poster, Postkarten, Webseite, Facebook, Instagram, Vorträge)?
  • Wie groß ist Ihr Budget und wie finanzieren Sie die Kommunikationsmaßnahme(n)?
  • Woran erkennt Sie die Zielgruppe? Achten Sie auf ein einheitliches Erscheinungsbild im Corporate Design Ihrer Hochschule.
  • Welche bewährten Kommunikationsstrukturen können Sie nutzen (z. B. Intranet oder vorhandene Mailinglisten → Datenschutz berücksichtigen)?