Wissenswertes rund um den Wegweiser

Dieser Wegweiser für die Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Hochschule wurde in Zusammenarbeit mit den Fachexpertinnen Frau Prof. Dr. med. Eva Hungerland (Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart), Frau Dr. ph. Ute Sonntag (stellvertretende Geschäftsführerin der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. und Koordinatorin des bundesweiten Arbeitskreises Gesundheitsfördernde Hochschulen) sowie Frau Dr. Brigitte Steinke (Techniker Krankenkasse) erarbeitet.

Gesundheitsförderung für Studierende in der Hochschule – wozu?

Die Gesundheit Studierender in den Blick zu nehmen ist für Hochschulen wichtiger denn je. Studierende sind die identitätsstiftende Statusgruppe einer Hochschule. Eine gesundheitsfördernde bzw. gesunde Lebenswelt Hochschule soll die gesundheitliche Chancengleichheit und die individuellen Gesundheitsressourcen von Studierenden stärken.

Hierbei geht es darum, das Thema Gesundheit als Querschnittsthema in allen Entscheidungen und Strukturen der Hochschule zu verankern. Für jede Hochschule ist Gesundheitsförderung und Prävention eine Chance, das Studium für Studierende Ressourcen stärkend, stressfreier, aktiver und gesünder zu gestalten und ihnen Gesundheitskompetenzen für das Studium und das spätere Berufsleben zu vermitteln. Ein gesundheitsförderndes Umfeld in der Hochschule kann zudem dazu beitragen, erfolgreiche Studienabschlüsse zu sichern und stärkt damit die Forschung und Lehre. So ermöglicht beispielsweise ein bewegungsfreundlicher Campus lange Phasen des Sitzens gezielt zu unterbrechen. Dies wirkt nicht nur Bewegungsmangel entgegen, sondern fördert die mentale Aufnahmefähigkeit der Studierenden und integriert Bewegung in den Alltag.

Viele Studierende übernehmen perspektivisch verantwortungsvolle Aufgaben in unserer Gesellschaft. Damit sind Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen auch wichtige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für die Gesundheitsförderung.

Was verbirgt sich hinter dem Gesundheitsförderungsprozess?

Gesundheit und Bildung liegen in Deutschland in der Verantwortung der Bundesländer. Mit dem Präventionsgesetz (PrävG) wurde die Gestaltung gesunder Lebenswelten verankert. Dazu gehört auch die „Lebenswelt des Studierens“. Die Akteurinnen und Akteure in den Hochschulen sind angehalten, gesundheitsfördernde Strukturen zu entwickeln und gesundheitsfördernde Maßnahmen umzusetzen. Das Präventionsgesetz folgt damit der Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und setzt deren im Jahr 1986 verabschiedetes Konzept zur Schaffung von gesundheitsförderlichen Lebenswelten um. Darin wird die Verflechtung von Menschen und ihrem Umfeld betont: „Gesundheit wird von Menschen in ihrer alltäglichen Umwelt geschaffen und gelebt: dort, wo sie spielen, lernen, arbeiten und lieben.“ Auf der VII. Internationalen Konferenz zu Universitäten und Hochschulen im Jahr 2015 wurde mit der Okanagan Charta in Kanada zudem die aktuellste internationale Programmatik, die zu Gesundheitsförderung und Nachhaltigkeit auffordert, verabschiedet.

Der Gesundheitsförderungsprozess ist als „Lern- und Entwicklungszyklus“ zu verstehen. Um nachhaltig positive Wirkungen zu erzielen, sind Engagement und Veränderungsbereitschaft der Hochschulleitung unabdingbar sowie die Unterstützung der Lehrenden erforderlich. Um eine Orientierung für die erfolgreiche Umsetzung von Gesundheitsförderung in der Hochschule zu erlangen, wurden vom Arbeitskreis Gesundheitsfördernde Hochschulen zehn Gütekriterien für eine Gesundheitsfördernde Hochschule entwickelt, die bei der Implementierung grundsätzlich gelten. Diese zehn Kriterien können Sie beim Arbeitskreis Gesundheitsfördernde Hochschulen einsehen.

Der Gesundheitsförderungsprozess gliedert sich in sechs Schritte:

  1. Vorbereitung
  2. Nutzung/Aufbau von Strukturen
  3. Analyse
  4. Planung
  5. Umsetzung
  6. Evaluation

Die Grundlage hierfür bildet der Gesundheitsförderungsprozess im Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes.

Die gesetzlichen Krankenkassen können Ihre Hochschule in allen sechs Schritten des Gesundheitsförderungsprozesses unterstützen. Das kann beispielsweise die Finanzierung einer Prozessberatung, die Moderation zwischen regionalen Akteurinnen und Akteuren oder allgemein die Unterstützung bei der Implementierung eines studentischen Gesundheitsmanagements (SGM) sein.

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Studentisches Gesundheitsmanagement

… hat das Ziel alle Prozesse, die in Zusammenhang mit studentischer Gesundheitsförderung  durchgeführt werden, zu planen und zu steuern. Zu diesen Prozessen zählen alle Maßnahmen, die die Studierendengesundheit fördern. Die Maßnahmen können sowohl physisch als auch psychisch und sozial aber auch individuell ausgerichtet sein. Bedeutend beim studentischen Gesundheitsmanagement ist die Teilhabe und aktive Beteiligung der Studierenden.

Unser Wegweiser: Gesundheitsförderung leicht gemacht

Die Startbedingungen für Gesundheitsförderung und Prävention unterscheiden sich in jeder Hochschule. Unser Wegweiser berücksichtigt das und bietet Ihnen eine gute Unterstützung in der Umsetzung des Gesundheitsförderungsprozesses. Er enthält praktische Tipps, Checklisten und Praxisbeispiele, die Ihnen dabei helfen, den Prozess in Ihrer Hochschule anzustoßen und mit Leben zu füllen.

Klicken Sie sich durch den Wegweiser und finden Sie Antworten und Anregungen für Ihre Fragestellungen. Wenn Sie mit Ihrem Vorhaben noch ganz am Anfang stehen, beginnen Sie in Phase 1. Falls Sie bereits im Prozess sind oder Erfahrungen mit vergleichbaren Vorhaben gesammelt haben, steigen Sie direkt in eine spätere Phase ein.

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