Gesundheitsförderung in der Hochschule

Hochschulen kommt für die Gesundheitsförderung und Prävention eine besondere gesellschaftliche Bedeutung zu. Sie können Einfluss nehmen auf die Herausbildung des Gesundheitsbewusstseins von rund drei Millionen Studierenden, die hier zu Fach- und Führungskräften oder Forschenden ausgebildet werden und perspektivisch verantwortungsvolle Aufgaben in unserer Gesellschaft übernehmen. Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen sind damit wichtige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für die Gesundheitsförderung.

Gesundheitsförderung als Querschnittsaufgabe

Gesundheitsfördernde Hochschulen stärken die Gesundheitskompetenz von Studierenden durch zielgruppenspezifische Maßnahmen (Verhaltensprävention) und schaffen entsprechende Rahmenbedingungen (Verhältnisprävention). In einer „Gesundheitsfördernden Hochschule“ ist die Gesundheitsförderung sektorenübergreifend als Querschnittsaufgabe verankert und wird von vielen Akteuren getragen. Dazu gehören ein Steuerungskreis und Arbeitsgruppen, in denen die Professorenschaft, Lehrbeauftragte und Studierende sowie Repräsentanten der Hochschulleitung, Studienberatung und Gleichstellungsbeauftragte u. a. vertreten sind. 

Gesundheitskompetenzen für’s Leben

Studierende gelten im Allgemeinen als eine eher gesunde Bevölkerungsgruppe. Dennoch haben mehr als 10 Prozent von ihnen gesundheitliche Beeinträchtigungen. Darüber hinaus wird das Studium von vielen Studierenden als belastend empfunden: Leistungsanforderungen, hoher Zeitaufwand und verdichtete Studienabläufe führen zu Stress. Wer neben dem Studium arbeitet oder eine Familie gründet, beansprucht die Gesundheit noch stärker. Die Vermittlung von Gesundheitskompetenzen kann das Studium stressfreier gestalten und auch im späteren Berufsleben die Leistungsfähigkeit sichern.

Beratung durch gesetzliche Krankenkassen

Im Präventionsgesetz findet die Gesundheitsförderung und Prävention in der „Lebenswelt des Studierens“ eine besondere Berücksichtigung. Zu den Aufgaben der gesetzlichen Krankenkassen gehört es, den Aufbau und die Stärkung gesundheitsförderlicher Strukturen in den Hochschulen zu unterstützen. Denn ein gesundheitsförderndes Umfeld in der Hochschule sichert erfolgreiche Studienabschlüsse und stärkt damit die Forschung und Lehre und die beruflichen Chancen der Studierenden.

So beraten gesetzliche Krankenkassen bei der Implementierung eines studentischen Gesundheitsmanagements (SGM). Dabei orientieren sie sich an den Qualitätskriterien für eine gesundheitsfördernde Hochschule.

Die Hochschulen können im Rahmen des studentischen Gesundheitsmanagements spezifische Handlungsfelder für ihre Institution(en) ableiten. Die gesundheitsförderlichen Maßnahmen sollen zu einer Entlastung der Studierenden führen und ihre Gesundheitskompetenz nachhaltig stärken.

Wegweiser für die Hochschule

Sie möchten sich die Lebenswelt Hochschule mit ihren Rahmenbedingungen für die Studierenden anschauen? Sie möchten diese Lebenswelt als gesundheitsförderndes Setting gestalten? Sie möchten Gesundheitsförderung und Prävention in Ihrer Hochschule verankern, ein studentisches Gesundheitsmanagement etablieren?

Wenn Sie in Ihrer Hochschule Handlungsbedarf sehen, aber noch nicht genau wissen, wo und wie Sie beginnen können, hilft Ihnen unser Wegweiser. Er orientiert sich am Gesundheitsförderungsprozess und gibt Ihnen zahlreiche Informationen und praktische Tipps zur Entwicklung und Umsetzung geeigneter Strukturen und Prozesse in Ihrer Hochschule.

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