Bewegung und Gesundheit im Alltag stärken (BeuGe) - Projekt zum Aufbau kommunaler Strukturen zur Gesundheitsförderung für Menschen mit Behinderung

Das Projekt "Bewegung und Gesundheit im Alltag stärken (BeuGe)" ist ein Interventionsprogramm für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung mit dem Ziel, Präventions- und Bewegungsangebote in verschiedenen Wohnformen und in Freizeitaktivitäten zu integrieren. Die Zielgruppe soll dabei aktiv mit eingebunden werden und als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gewonnen und qualifiziert werden.

In enger Abstimmung mit dem GKV-Bündnis für Gesundheit setzt Special Olympics Deutschland (SOD) das Projekt gemeinsam in fünf ausgewählten Special Olympics (SO) Landesverbänden an insgesamt 25 Standorten um. Die teilnehmenden SO Landesverbände sind:

  • SO Berlin/Brandenburg
  • SO Bremen
  • SO Sachsen-Anhalt
  • SO Thüringen
  • SO Schleswig-Holstein

Projektzeiträume:

Phase l: Juli 2019 - Mai 2022

Phase II: Juni 2022 -Dezember 2023

Niedrigschwellige und nicht leistungsorientierte Bewegungsangebote für Menschen mit Behinderung ermöglichen ihnen gesellschaftliche Teilhabe und sind Teil der Umsetzung des Präventionsgesetzes. Der besondere Bedarf an Präventionsangeboten wird unter anderem aus dem Teilhabebericht der Bundesregierung (2013) abgeleitet. Insgesamt ist bei Menschen mit geistiger und/oder Mehrfachbehinderung im Vergleich zur durchschnittlichen Bevölkerung ein schlechterer Gesundheitszustand erkennbar. Bei ihnen werden zudem häufiger Risikoverhaltensweisen beobachtet, wie ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung. Dies führt im Ergebnis zu einem um 40 Prozent höheren Risiko für weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen. Mit verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen soll das Projekt „Bewegung und Gesundheit im Alltag stärken“ dazu beitragen, eine Verbesserung zu erreichen. Konkret besteht das Ziel darin, insbesondere für Menschen mit geistiger und/oder Mehrfachbehinderung nachhaltig eine gesunde Lebensweise und die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.

Netzwerkstrukturen - eine wichtige Voraussetzung

Eine große Herausforderung für die Realisierung des Projektes besteht darin, die Zielgruppe zu erreichen, da diese in verschiedenen Wohnformen lebt. Die Erreichbarkeit kann in der Lebenswelt Kommune über Wohneinrichtungen wie Wohnheime, ambulantes Wohnen oder betreutes Einzelwohnen sowie Werkstätten, Schulen, Sportvereine oder andere Freizeiteinrichtungen gelingen. Aus diesem Grund brauchen Präventions- und Bewegungsangebote für Menschen mit Behinderung kommunale Netzwerkstrukturen, die während der Projektlaufzeit von Projektmitarbeitenden in den Special Olympics Landesverbänden aufgebaut werden. Dazu finden in allen SO-Landesverbänden regelmäßige Netzwerktreffen statt, an denen auch Menschen aus der Zielgruppe teilnehmen.

Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung als Bewegungs- und Gesundheitsexpertinnen und -experten

Die Entwicklung und Umsetzung der Präventions- und Bewegungsangebote erfolgt unter partizipativer Einbeziehung aller Akteurinnen und Akteure. Als eine zentrale Maßnahme werden Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung selbst als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren gewonnen werden, da sie aufgrund ihrer eigenen Behinderung Expertinnen und Experten in eigener Sache sind. Sie werden von den regionalen Projektmitarbeitenden und über die Netzwerke der jeweiligen Special Olympics Landesverbände angesprochen. Damit sie die Aufgabe umfassend wahrnehmen können, werden sie als Bewegungs- und Gesundheitsexpertinnen und -experten auf Basis eines neu entwickelten Curriculums qualifiziert. Die Schulungen der Bewegungs- und Gesundheitsexpertinnen und -experten werden von Referentinnen und Referenten von SOD durchgeführt. Bis Ende 2022 konnten bereits insgesamt 138 Gesundheitsexpertinnen und -experten aus der Zielgruppe qualifiziert werden. Mit Hilfe von Unterstützungspersonen (Mitarbeitende aus den Einrichtungen, Studierende, Familienmitglieder, Senioren, ehrenamtlich tätige Personen) setzen diese gesundheitsfördernde Angebote um und motivieren so andere Menschen mit Behinderung zu mehr Bewegung und gesünderer Ernährung.

Prävention durch eine gesunde Lebensweise

Im Rahmen des Projektes finden an den 25 Standorten Veranstaltungen z. B. für eine regelmäßige körperliche Aktivierung oder eine gesunde Ernährung in den verschiedenen Wohnformen, aber auch bei Sport- und Freizeitaktivitäten statt. Hierbei sollen alle relevanten kommunalen Strukturen, wie Sportvereine, Familienzentren oder Volkshochschulen mit einbezogen werden. Denkbare Maßnahmen wären z. B. die Durchführung von Gesundheits- und Sporttagen oder Schnuppertage beim regionalen Sportverein sowie Bewegungsangebote in Wohneinrichtungen oder einem Träger der Behindertenhilfe. Ein weiteres Spektrum sind dezentrale Qualifizierungsangebote zu Gesundheit, Ernährung, Bewegung und Sport über regionale Bildungspartner wie Volkshochschulen.

Evaluation und Ausblick

Das Projekt wurde in der ersten Förderphase von der Hochschule Fulda wissenschaftlich evaluiert. Der Evaluationsbericht ist digital verfügbar.

Weiterhin wurde 2022 der Leitfaden "Schritt für Schritt zu einer inklusiven Kommune" veröffentlicht. Er gibt Anregungen, wie Akteurinnen und Akteure dazu beitragen können, kommunale Strukturen zur Gesundheitsförderung und Prävention für Menschen mit Behinderung zu verbessern. Dabei werden die Themen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Partizipation und Netzwerkarbeit ausführlich dargestellt.


Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie auch auf www.specialolympics.de .

Wir verwenden Cookies

Wir setzen Cookies ein, um die Nutzung unseres Webauftritts für Sie komfortabler zu gestalten. Wir möchten zudem Ihr Nutzungsverhalten besser verstehen, um Inhalte und Funktionen kontinuierlich zu verbessern. Bitte stimmen Sie daher der Nutzung folgender Cookies zu. Nähere Informationen zu den von uns gespeicherten Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Cookies sind kleine Textdateien, die eine Webseite auf Ihrem Computer bzw. Endgerät speichert, um einzelne Funktionen und Webanwendungen wie die Suche und Formulare nutzerfreundlicher gestalten zu können. Cookies werden in der Regel im Internetbrowser-Ordner bzw. vom Internetbrowser auf dem Betriebssystem Ihres Computers gespeichert.

Unsere Webseiten unterscheiden zwischen notwendigen Cookies, ohne die die Webseite nicht funktionieren würde, und Statistik-Cookies, mit deren Hilfe wir das Nutzerverhalten unserer Zielgruppen besser verstehen lernen und unsere Webseiten kontinuierlich verbessern können. Notwendige Cookies können wir laut Gesetz auf Ihrem Computer speichern. Für die Statistik-Cookies benötigen wir Ihre Zustimmung.

Sie können Ihre Einwilligung zur Cookie-Erklärung jederzeit auf unserer Website ändern oder widerrufen. Mehr dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Notwendige Cookies sorgen dafür, dass unsere Webseiten korrekt funktionieren. Sie werden beispielsweise für die Navigation, die Suchfunktion und für einzelne Formulare benötigt. Folgende Cookies werden beim Besuch unserer Webseiten auf Ihrem Computer gespeichert:

BIGipServerWWW-GKV-PR-HTTPs_Pool (GKV-Spitzenverband)

Dieser Cookie speichert die Information, über welchen unserer Server die Webseite besucht wird.

Ablauf: nach Schließen des Browserfensters/-tabs

JSESSIONID (GKV-Spitzenverband)

Dieser Cookie speichert eine anonyme ID, die während des Besuchs unserer Webseite für bestimmte Funktionen benötigt wird.

Ablauf: nach Schließen des Browserfensters/-tabs

Diese Cookies speichern Informationen zur Nutzung während Ihres Besuchs unserer Webseiten. Die gespeicherten Informationen geben uns Auskunft über die Reichweite unseres Webauftritts und das Nutzungsverhalten unserer Besucherinnen und Besucher. Auf dieser Basis können wir unser Webangebot kontinuierlich für Sie verbessern.

Sämtliche Informationen werden anonym erfasst und ausgewertet. Wir nutzen dafür die Open-Source-Software Matomo, die auf unseren Servern installiert ist. Näheres dazu können Sie in unserer Datenschutzerklärung nachlesen.

_pk_ses (GKV-Spitzenverband / Matomo)

Ablauf: 30 Minuten

_pk_id (GKV-Spitzenverband / Matomo)

Ablauf: 13 Monate