KOMBINE – Kommunale Bewegungsförderung zur Implementierung der Nationalen Empfehlungen

Kommunen kommt bei der bewegungsbezogenen Gesundheitsförderung eine besondere Bedeutung zu. Denn in dieser Lebenswelt können viele Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden. Das Projekt KOMBINE hat besonders Menschen mit sozialer Benachteiligung im Blick. Damit leistet es einen Beitrag zur Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit. Der Projektname KOMBINE steht für Kommunale Bewegungsförderung zur Implementierung der Nationalen Empfehlungen. Die 2016 entwickelten „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung für Deutschland“ sind die wissenschaftliche Grundlage zur Entwicklung von Strategien für eine systematische Bewegungsförderung. Die Empfehlungen werden durch KOMBINE erstmalig in der Praxis umgesetzt.

Im Rahmen des Projekts KOMBINE sollen modellhafte Strukturen für die Bewegungsförderung auf kommunaler Ebene aufgebaut werden, die wissenschaftlich fundiert, bedarfsorientiert und praxisnah sind. Das Projekt KOMBINE ist geprägt von einem Aktivierungs- und Beteiligungsansatz. Es werden unterschiedliche Stakeholder, kommunale Akteure, Wissenschaftler/-innen und Menschen, die die einbezogenen vulnerablen Gruppen repräsentieren, bei der Umsetzung des Vorhabens beteiligt. 

KOMBINE – Phase 1: Erarbeitung eines Handlungsmodells

Im ersten Schritt wurde ein Handlungsmodell für die Umsetzung einer kommunalen Bewegungsförderung von Menschen mit sozialer Benachteiligung erarbeitet. Der Fokus liegt hier insbesondere auf arbeitslosen, alleinerziehenden und älteren Menschen sowie auf Personen mit Migrationserfahrung. Dafür wurden in kooperativer Zusammenarbeit von kommunalen Vertreterinnen und Vertretern, nationalen Entscheidungsträgerinnen und -trägern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die relevanten Bedarfe, Erfolgsfaktoren und Hindernisse identifiziert. Berücksichtigt wurden hierbei auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu Bedarf, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von kommunaler Bewegungsförderung bei Menschen mit sozialer Benachteiligung.

Auswahl der Modellkommunen

Um das Handlungsmodell in der Praxis zu erproben, wurden sechs Modellkommunen ausgewählt. Die Auswahl der Modellkommunen erfolgte nach systematischen und pragmatischen Aspekten. Ausschlaggebend waren zum einen die geografische Verteilung, der Gemeindetyp, die Strukturstärke und bestehende Vorerfahrungen in der Umsetzung kommunaler Maßnahmen der Bewegungsförderung bei Menschen mit sozialer Benachteiligung. Zum anderen wurde berücksichtigt, dass knapp zwei Drittel der Bevölkerung Deutschlands im ländlichen Raum lebt. Dies sollte sich neben einer hohen Diversität der Kommunen in der Auswahl widerspiegeln. Ausgewählt wurden die Landkreise Segeberg, Schmalkalden-Meiningen und Bad Kissingen sowie die Städte Solingen, Marburg und Stuttgart. Sie weisen ganz unterschiedliche Einwohnerzahlen, Deprivationsindizes und Vorerfahrungen auf.

In der folgenden Abbildung sind die sechs ausgewählten Modellkommunen im Überblick dargestellt:

Phase 2: Erprobungsphase

In den Modellkommunen beginnt im nächsten Schritt unter Beteiligung möglichst aller relevanten Akteure in der kommunalen Bewegungsförderung die Erprobungsphase. Eingebunden werden z. B. Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung, Vereine sowie Repräsentanten von Menschen mit sozialer Benachteiligung. Gemeinsam wird der konkrete Bedarf der Bewegungsförderung in der Kommune ermittelt. Anschließend werden gemeinsam strukturelle Maßnahmen der Bewegungsförderung mit Fokus auf Menschen mit sozialer Benachteiligung erarbeitet, umgesetzt und evaluiert.

Diese Phase des Projekts hat im April 2019 begonnen und endet im Dezember 2020.

Phase 3: Verbreitung und Transfer

Nach der Erprobungsphase wird ein Konzept für die Verbreitung und den Transfer der gewonnenen Erkenntnisse entwickelt.  Es sollen unter anderem Fragen wie „Wie können die in den Kommunen entwickelten und erprobten Maßnahmen auf andere Kommunen übertragen werden?“ und „Wie kann der Transfer der Projektergebnisse in andere Kommunen praxisnah und bedarfsorientiert gelingen?“ beantwortet werden.

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