HaLT– Hart am LimiT

Das GKV-Bündnis für Gesundheit verstärkt seit 2020 seine Unterstützung für „HaLT – Hart am LimiT“ – ein Programm zur kommunalen Alkoholprävention. Bisher bezuschussten die gesetzlichen Krankenkassen die sogenannten reaktiven Programmbestandteile, wie z. B. Sofortinterventionen am Krankenbett bei Kindern und Jugendlichen, die mit einer Alkoholintoxikation ins Krankenhaus kamen. Mit Start des Jahres 2020 haben die Krankenkassen gemeinsam als GKV-Bündnis für Gesundheit ihre Förderung im Programm HaLT auf alkoholpräventive Maßnahmen in Kommunen (z. B. die Qualifizierung von Fachkräften und die Unterstützung von Koordination und Vernetzung) ausgeweitet.

  • Rund 160 Standorte in 14 Bundesländern nehmen aktuell an dem Programm teil.
  • Das Programm besteht aus zwei Bausteinen: HaLT-proaktiv (kommunal verankerte Präventionsstrategie) und HaLT-reaktiv (Prävention auf der individuellen Ebene).

Das Programm HaLT wurde vom Suchtpräventionszentrum Villa Schöpflin gGmbH in Lörrach entwickelt und erprobt. In Zusammenarbeit mit dem HaLT-Service-Center – einer Einrichtung der Villa Schöpflin gGmbH –, den HaLT-Landeskoordinationen sowie den Netzwerkpartnerinnen und -partnern aus Suchtprävention und Wissenschaft wurde das Programm im Rahmen der Förderung durch das GKV-Bündnis für Gesundheit weiterentwickelt.

HaLT ist ein lernendes Netzwerk, das sowohl bundesweit als auch auf Länderebene koordiniert wird. Die Umsetzung erfolgt auf kommunaler bzw. regionaler Ebene.

  • Auf Bundesebene erfolgt die Koordination durch das HaLT-Service-Center unter dem Dach der Villa Schöpflin gGmbH.
  • Auf Länderebene arbeitet das HaLT Service Center eng mit den HaLT-Landeskoordinatorinnen und -koordinatoren des Programms zusammen. Die Landeskoordinatorinnen und Landeskoordinatoren unterstützen die HaLT-Standorte. Sie stimmen sich eng mit den Landesministerien sowie den gesetzlichen Krankenkassen und ihren Verbänden im Land (als Träger des GKV-Bündnisses für Gesundheit) zur landesbezogenen Suchtpräventionsstrategie und deren Umsetzung ab.
  • Umgesetzt wird das Programm auf kommunaler bzw. regionaler Ebene durch zertifizierte HaLT-Fachkräfte in Zusammenarbeit mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, wie beispielsweise Mitarbeitenden von Krankenhäusern, der Jugendberufshilfe, der Schulsozialarbeit oder der Justiz.

Wesentliche Merkmale der Weiterentwicklung von HaLT

Die Maßnahmen, die das GKV-Bündnis für Gesundheit fördert, sind in Module gefasst:

  • einheitlich definierte Module zum Qualitäts- und Netzwerkmanagement im Sinne einer kontinuierlichen Sicherung und Optimierung der Qualität des gesamten Programms sowohl für die Landeskoordinationen als auch für die Standorte
  • Module zu Einzelmaßnahmen zur Sucht- bzw. Alkoholprävention für die HaLT-Standorte

Der reaktive Programmbaustein von HaLT setzt auf der individuellen (verhaltensbezogenen) Ebene an und zielt darauf, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Nachteile eines riskanten Alkoholkonsums bewusst zu machen.
Das GKV-Bündnis für Gesundheit fördert dabei folgende reaktiv-Module, die von den Standorten umgesetzt werden:

Modul „Qualitätsmanagement“ mit Maßnahmen wie:

  • Ausbau von Strukturen und Kooperationen durch den Aufbau von strategischen Präventionsnetzwerken, um Jugendliche mit riskantem Alkoholkonsum oder mit Mischkonsum früh zu erreichen
  • Mitwirken an der landesweiten Strategie der Qualitätsentwicklung
  • Teilnahme an Schulungen, Landesnetzwerktreffen und einem systematischen Datenmonitoring
  • Umsetzung des Public Health Action Cycles (Gesundheitspolitischer Aktionszyklus), um eine kontinuierliche Prüfung der Qualität des HaLT-Programms zu gewährleisten

Modul „Präventionsmaßnahmen“ mit Angeboten wie:

  • Sofortinterventionen durch HaLT-Fachkräfte in Kliniken mit oder ohne Einbindung der Eltern
  • Risiko-Check im Einzel- oder Gruppensetting, um die Inhalte der Sofort-Intervention zu vertiefen
  • Multiplikatorenschulungen

Der proaktive Baustein setzt auf kommunaler Ebene an (Verhältnisprävention). Ziel ist es, riskantem Alkoholkonsum von jungen Menschen durch Verantwortung und Vorbildverhalten von Erwachsenen vorzubeugen.

HaLT-proaktiv hat drei Schwerpunkte, die ineinandergreifen:

  • Strukturaufbau
  • Einhaltung des Jugendschutzgesetzes
  • Sensibilisierung von Erwachsenen

Im Rahmen dieser Schwerpunkte fördert das GKV-Bündnis für Gesundheit verschiedene proaktiv-Module, die von den Standorten umgesetzt werden.

Hierzu zählt das Modul „Qualitätsmanagement“ mit Maßnahmen wie:

  • Ausbau von Strukturen und Kooperationen durch den Aufbau von strategischen Präventionsnetzwerken in der Kommune, die sich z. B. aus Verantwortlichen bei Kommunen, Schulen, Vereinen oder der Polizei zusammensetzen, sowie kontinuierliches Schnittstellenmanagement
  • Verschiedene Zertifizierungs- und Modulschulungen
  • Umsetzung des Public Health Action Cycles  

Außerdem werden definierte Präventionsmaßnahmen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und deren Eltern gefördert. Dazu zählen beispielsweise die Planung von Schulfesten und Lehrerfortbildungen, der evaluierte Alkoholpräventionsworkshop „Tom & Lisa“ an Schulen, Programme für 18- bis 21-Jährige im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol im Straßenverkehr oder Maßnahmen zur Prävention von fetalen Alkoholspektrum-Störungen (FASD).

Landesspezifische Informationen erhalten Sie in Ihrem Bundesland auf https://www.gkv-buendnis.de/wir-in-den-laendern/

Weitere Informationen zum Programm erhalten Sie auch auf: https://www.halt.de/