AuF-Leben

„Im Alter Aktiv und Fit Leben (AuF-Leben) in der Kommune – Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Kommune“ ist ein Interventionsprogramm, das durch das GKV-Bündnis für Gesundheit gemeinsam mit dem Deutschen Turner-Bund (DTB) weiterentwickelt wurde und die Gesundheitsförderung älterer Menschen in der Lebenswelt Kommune adressiert. Im Fokus stehen ältere Menschen ab dem 60. Lebensjahr, die körperlich wenig oder gar nicht aktiv sind. Ziel des Projekts AuF-Leben ist es, zur Verbesserung der bewegungsförderlichen Rahmenbedingungen („Verhältnisse“) in der Kommune und zur Steigerung der körperlichen Aktivität älterer Menschen beizutragen. Dadurch sollen ältere Menschen länger körperlich aktiv, leistungsfähiger und insgesamt selbstständiger sein können.

In enger Abstimmung mit dem GKV-Bündnis für Gesundheit setzt der DTB das Projekt gemeinsam mit dem Rheinhessischen Turnerbund, dem Sächsischen Turn-Verband und dem Landesturnverband Sachsen-Anhalt an insgesamt 15 Standorten als Pilotprojekt für 24 Monate um. Der Projektstart war im März 2019.

Lebenswelt Kommune als Rahmen der Gesundheitsförderung

Die Lebenswelt Kommune gewinnt bei der Gesundheitsförderung und der Verbesserung der Bewegungsverhältnisse zunehmend an Bedeutung. Denn durch den Lebensweltansatz können viele Menschen – insbesondere vulnerable Gruppen – erreicht und so gesundheitsfördernde Maßnahmen gut verankert werden. Für ältere Menschen (im Ruhestand) hat die Lebenswelt Kommune eine hohe Bedeutung, da die Menschen hier einen großen Teil ihrer Zeit verbringen. Die vorherrschenden Bedingungen können sich unmittelbar auf die Gesundheit auswirken. Entsprechend positiv kann es sich auswirken, wenn die Verhältnisse in der Kommune ältere Menschen zu mehr Bewegung animieren. Seniorinnen und Senioren werden im Projekt gezielt in Entscheidungen mit eingebunden, um ihre Teilhabe zu gewährleisten. 

Kommune und Sportverein als Tandem

Ausgangspunkt für das Projekt AuF-Leben ist eine Tandembildung zwischen dem örtlichen Turn- und Sportverein und der Kommune. Die Tandembildung ermöglicht eine gezielte Netzwerkarbeit, auf deren Basis verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen für ältere Menschen in der Kommune bedarfsorientiert miteinander verknüpft werden. So sollen zum einen niedrigschwellige Bewegungsangebote vorgehalten werden und zum anderen nachhaltige Verbesserungen der Bewegungsverhältnisse für ältere Menschen in der kommunalen Lebenswelt entstehen.

Zu den Bewegungsangeboten zählen beispielsweise altersgerechte Gesundheits-/Sportkurse für Einsteiger. Diese Angebote werden an Orten etabliert, an denen die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren anzutreffen ist, wie zum Beispiel Seniorentreffs. Die nachhaltige Verbesserung der Bewegungsverhältnisse in der Kommune wird beispielsweise durch eine Infrastruktur angestrebt, die dazu beiträgt und ältere Menschen dazu anregt sich selbstständig im Stadt- oder Ortsteil bewegen zu können. Dies trägt zur zukünftigen Entwicklung und damit zur Attraktivität der Kommune bei.

Die Tandembildung wird durch die AuF-Berater/-innen, die bei den Landesturnverbänden (LTV) angesiedelt sind, unterstützt:

In der Pilotphase werden zunächst in den drei Landesturnverbänden (Rheinhessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt) sogenannte AuF-Berater/-innen benannt. Sie bilden die Schnittstelle zwischen der Kommune und dem Turn- und Sportverein. Zu ihren Aufgaben zählen:

  • die Betreuung und Begleitung der Tandembildung,
  • die kontinuierliche Betreuung von bis zu fünf Tandems,
  • die Unterstützung beim Aufbau des Netzwerks in den Kommunen,
  • die Beratung bei der Durchführung von Angebotsanalysen,
  • die Beratung bei der Ansprache und Motivation der Zielgruppen,
  • die Beratung zur Erweiterung von konkreten Bewegungsangeboten für Seniorinnen und Senioren,
  • Aufbau eines Netzwerks und dadurch Sicherstellung des Erfahrungsaustauschs der  Seniorensportbeauftragten im jeweiligen Landesverband.  

Die AuF-Berater/-innen stehen zudem im engen Austausch mit den ehrenamtlichen Seniorensportbeauftragten der Turn- und Sportvereine.

Ein wichtiger Baustein und Erfolgsfaktor des Projekts AuF-Leben ist die Benennung einer oder eines Seniorensportbeauftragten im Sportverein. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Vereine mit einer oder einem Seniorensportbeauftragten aktiver sind und zielgerichteter Angebote für Ältere vorhalten. Sie stellen Wissen und Fähigkeiten bereit, um bedarfsgerechte Bewegungsangebote für ältere Menschen in der Lebenswelt Kommune nachhaltig einzubinden und verantworten die Bewegungsförderung der älteren Menschen im Rahmen des Projekts AuF-Leben. Zu den Aufgaben der Seniorensportbeauftragten gehören unter anderem:

  • die Analyse bestehender Bewegungsangebote für ältere Menschen,
  • die Entwicklung neuer, niedrigschwelliger Einsteigerangebote,
  • die Entwicklung von Gesundheitssport-Kursen als Dauerangebot sowie
  • die Interessensvertretung der Älteren im Netzwerk.

Das Unterstützernetzwerk ist ein wesentliches Erfolgskriterium des Projekts AuF-Leben. Je größer das Netzwerk ist, umso erfolgreicher und nachhaltiger kann das Projekt AuF-Leben in die kommunale Struktur eingebunden werden. Aufgebaut und belebt wird das Netzwerk durch die Kommune gemeinsam mit den lokalen Turn- und Sportvereinen. Netzwerkpartner können Wohltätigkeitsvereine, Kirchen oder andere gemeinnützige Organisationen sein. Diese stehen in direktem Kontakt mit der Zielgruppe und fungieren beispielsweise als Vermittler, aber auch als aktive Projektbeteiligte.

Die – auch durch eine externe Evaluation – gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Umsetzung sollen bei einem weiteren Ausbau berücksichtigt werden.

Weitere Informationen zu dem Projekt erhalten Sie auch auf: www.dtb.de/auf-leben/

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