Das GKV-Bündnis für Gesundheit

Das GKV-Bündnis für Gesundheit ist eine gemeinsame Initiative der gesetzlichen Krankenkassen zur Weiterentwicklung und Umsetzung von Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten. Das Bündnis fördert dabei u.a. Strukturaufbau und Vernetzungsprozesse, die Entwicklung und Erprobung gesundheitsfördernder Konzepte, insbesondere für sozial und gesundheitlich benachteiligte Zielgruppen, sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und wissenschaftlichen Evaluation.

Der GKV-Spitzenverband hat gemäß § 20a Abs. 3 und 4 SGB V die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung damit beauftragt, die Aufgaben des GKV-Bündnisses für Gesundheit mit Mitteln der Krankenkassen umzusetzen. Der GKV-Spitzenverband hat hierzu eine Vereinbarung mit der BZgA abgeschlossen. Gegenstände dieser Vereinbarung sind insbesondere:

  • Konzeptentwicklung und -erprobung von Gesundheitsförderung zur nachhaltigen Implementierung für vulnerable Zielgruppen
    (u.a. Kinder aus suchtbelasteten und Kinder aus psychisch belasteten Familien, ältere Menschen, Alleinerziehende, behinderte Menschen)
  • Literaturrecherchen zu evidenzbasierten Interventionsmöglichkeiten in Lebenswelten
  • Empirische Begleitung und Evaluation von Setting-Projekten auf Bundes- und Landesebene
  • Entwicklung von Schulungskonzepten sowie Durchführung von Schulungen für Setting-Verantwortliche
  • Qualitätssicherungsaufgaben
  • Entwicklung von Wissens- und Informationsplattformen
  • Unterstützung von Vernetzungsprozessen
  • Weitere Forschungsaufträge nach GKV-Bedarf

Besondere Schwerpunkte sind…

Die Kommune ist eine Lebenswelt mit besonderer Bedeutung für die soziallagenbezogene Gesundheitsförderung und Prävention. In der Kommune können insbesondere sozial benachteiligte Menschen ohne Stigmatisierung erreicht werden. Darüber hinaus kommt den Kommunen eine Schlüsselfunktion zu, denn eine nachhaltige Förderung der Gesundheit kann vor allem dann erreicht werden, wenn Gesundheitsförderung und Prävention in eine kommunale Gesamtstrategie eingebettet sind. Einen wichtigen Beitrag können die Koordinierungsstellen Gesundheitliche Chancengleichheit leisten, deren Schwerpunkt in der Unterstützung der kommunalen Ebene liegt, z.B. durch die Beratung von Kommunen, Netzwerkaktivitäten und die Verbreitung von „Good Practice“. Die Koordinierungsstellen sind in allen Bundesländern vertreten und werden anteilig durch die GKV und die Länder finanziert.

Seit 2016 werden sie im Rahmen der BZgA-Beauftragung qualitätsgesichert und kontinuierlich weiterentwickelt.

Seit mehreren Jahren kooperieren Krankenkassen und Jobcenter, um die gesundheitliche Lage von erwerbslosen Menschen gemeinsam zu verbessern. Das 2014 begonnene Modellprojekt von GKV und Bundesagentur für Arbeit zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung wird seit 2016 im Rahmen der BZgA-Beauftragung ausgeweitet und inhaltlich weiterentwickelt. Partner auf der Bundesebene sind neben der Bundesagentur für Arbeit auch der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag.

Derzeit wirken rund 60 Jobcenter und Agenturen für Arbeit im Projekt mit, weitere interessierte sollen folgen. Die Zusammenarbeit der verantwortlichen Partner wird ebenso evaluiert werden wie die Ergebnisse von verhältnis- und verhaltensbezogenen Maßnahmen.

Ein Schwerpunkt ist die anwendungsorientierte Präventions- und Gesundheitsförderungsforschung. Im Mittelpunkt steht dabei die Ermittlung der Wirksamkeit und Effizienz von Maßnahmen und Interventionen in den Lebenswelten.

Ab 2018 sollen krankenkassenübergreifende Projekte in den Ländern evaluiert werden. Darüber hinaus werden standardisierte Evaluationsinstrumente entwickelt. Ein weiterer Schwerpunkt stellt die Entwicklung von settingspezifischen Qualitätsindikatoren – zunächst für die Lebenswelt Kita – dar.